Posted by Bundesverbandes Wind-Energie on September 07, 1999 at 10:46:33:
Der Vorstand des Regionalverbandes Ostfriesland des Bundesverbandes Wind- Energie (BWE)
fordert eine Absicherung des Einspeisepreises für Windstrom. "Durch die absehbare
Strompreissenkung ist die Nutzung der Windenergie in Ostfriesland gefährdet," erklärte der
Vorsitzende des Regionalverbandes Johann de Wall. Da der Einspeisepreis für Windstrom an den
durchschnittlichen Strompreis gekoppelt ist, wird der wirtschaftliche Betrieb von vielen der über
600 Windenergieanlagen in Ostfriesland nicht mehr gegeben sein. Derzeit erhalten die Windmüller
für jede Kilowattstunde 16,52 Pfennig. Das entspricht 90 Prozent des Durchschnittspreises, den die
Energieversorgungsunternehmen beim Verkauf von Strom erzielen.
Johann den Wall erklärte, "dass die meisten Betreiber bei ihrer Wirtschaftlichkeitsberechnung von
einer nahezu konstanten Strompreisentwicklung ausgegangen sind." Sollte eine Absenkung der
Strompreise um 20 bis 30 Prozent voll auf den Windstrompreis übertragen werden, sind nach Ansicht
des BWE viele Windprojekte wirtschaftlich bedroht. Um den Konkurs von Projekten zu verhindern,
muß nach Meinung des BWE eine Preissicherung im Stromeinspeisungsgesetz eingeführt werden. "Es
kann nicht sein, dass durch Dumpingpreise für Strom aus abgeschriebenen Atom- und
Kohlekraftwerken sowie eine über Jahrzehnte aufgebaute Überkapazität der konventionellen
Kraftwerksbetreiber die Existenz der Windindustrie in Deutschland aufs Spiel gesetzt wird,"
protestiert de Wall. Mittlerweile wird jede dritte Kilowatt-stunde Strom, die in Ostfriesland
verbraucht wird, durch die Nutzung der Windenergie erzeugt. Da durch die Nutzung der heimischen
Energiequelle weniger Strom nach Ostfriesland transportiert werden muß, bedeutet dies für die
Region einen Kaufkraftgewinn von 100 Millionen Mark pro Jahr. Zusätzlich werden der Umwelt
jährlich 600.000 Tonnen des Klimagases CO2 erspart.
Sollte es zu keiner Änderung des Stromeinspeisungsgesetzes kommen, sind nach Ansicht des
Verbandes nicht nur bestehende Projekte bedroht. Bei sinkenden Einspeisepreisen für Windstrom
sind kaum noch Menschen bereit, das Risiko auf sich zu nehmen und in die saubere Stromerzeugung
zu investieren, befürchtet der BWE. Betroffen wären dann auch über 5.000 direkte und indirekte
Arbeitsplätze, die in den vergangenen Jahren durch die Nutzung der Windenergie in Ostfriesland
entstanden sind.