Kohle und Sonne-Energien mit Zukunft für NRW


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Posted by Landesinitiative Zukunftsenergien NRW on August 28, 19100 at 11:55:02:

9. Deutscher Bergmannstag vom 31.8. bis 3.9.2000 in Herne


"Wurzeln, Wandel, Innovationen, das ist nicht nur das Motto des 9.
Deutschen Bergmannstages, sondern auch ein Kernbereich unserer
Aktivitäten", so Dr. Inge Wieschenkämper von der Landesinitiative
Zukunftsenergien NRW. Zusammen mit Leo Mating, Vorstand der Stadtwerke
Herne AG, erläuterte sie die Inhalte der Ausstellung "Erneuerbare
Energien" im Ausstellungszelt am Rhein-Herne-Kanal. Dort präsentieren elf
Aussteller innovative Ideen, Produkte und Dienstleistungen, die den
Strukturwandel des Ruhrgebiets beflügeln. Den 5.000 europäischen
Bergleuten und über 100.000 Besuchern wird dabei das gesamte Spektrum
moderner Energieumwandlung und - verwendung präsentiert.

Auf dem Festgelände am Rhein-Herne-Kanal stehen neben den
Kohletechnologien u.a. die Modelle der Solarzellenfabrik und der
Solarsiedlung in Gelsenkirchen, ein Wäschetrockner mit Wärmepumpe und
"Frosti", der Schneemann, den eine Wärmepumpe auch im Sommer kühl hält.
Darüber hinaus sind auch das Energieberatungsmobil der Energieagentur NRW
aus Wuppertal und das Gefahrgutkontrollauto mit Solaranlage der Bochumer
Polizei im Einsatz. Den Menschen an Rhein und Ruhr soll vermittelt werden,
wie viele zukunftsfähige Energietechnologien sich in NRW bereits
entwickelt haben und welches Marktpotenzial diese besitzen.

800 Millionen DM für 40.000 Projekte in NRW

Bundesweit werden schon heute nach Angaben des Internationalen
Wirtschaftsforums Regenerative Energien (IWR) in Münster durch Anlagenbau
und Dienstleistungen rund um regenerative Energietechnologien sieben
Milliarden DM Umsatz erzielt und 28.000 Arbeitsplätze gesichert. Nach
Schätzungen der Landesinitiative Zukunftsenergien sind allein in NRW bei
etwa 1.100 Firmen mehr als 10.000 Beschäftigte in diesem Bereich tätig.
Für die Entwicklung und Markteinführung neuer Energietechnologien hat die
Landesregierung NRW seit 1988 mehr als 800 Millionen DM für ca. 40.000
Förderprojekte aufgewendet. Sie liegt damit an der Spitze aller
Bundesländer. Diese Landesförderung zog weitere Investitionen von rund
vier Milliarden DM nach sich. Neben der Solartechnologie, Wind- und
Wasserenergiegewinnung, Biomasse und Brennstoffzelle wird auch die
Modernisierung von Kohlekraftwerken gefördert - klassische und innovative
Energien für ein zukunftsfähiges NRW im Herzen Europas.

Getreu ihrem Motto "Neu denken, entschlossen handeln!" konzentrieren sich
die Aktivitäten der Landesinitiative darauf, Innovationsprozesse in NRW zu
forcieren, Kooperationen und strategische Allianzen anzubahnen sowie
Markteinführungen von innovativen Produkten auf nationalen und
internationalen Märkten zu beschleunigen. Das geschieht in 15
Arbeitsgruppen, in denen rund 3.000 Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft
und Gesellschaft aktiv an Projektideen arbeiten.

Beispielhafte Leitprojekte der Landesinitiative Zukunftsenergien NRW

Die Solarzellenfabrik in Gelsenkirchen, ein Projekt der Shell Solar
Deutschland, wurde im November 1999 von NRW-Ministerpräsident Wolfgang
Clement eröffnet. Sie ist Kern eines Konzeptes, das Gelsenkirchen zur
Solarhauptstadt Europas machen soll und Gesamtinvestitionen von ca. 150
Mio. DM umfaßt. Im Ruhrgebiet entstehen dadurch insgesamt 700 neue
zukunftsfähige Arbeitsplätze.

Über 50 Kommunen aus NRW haben seit 1997 Interesse am Leitprojekt "50
Solarsiedlungen in NRW" dokumentiert. Davon haben 19 den Status
"Solarsiedlung in Planung" erhalten. Damit ist NRW beim Bauen mit der
Sonne zum Vorreiter in Deutschland geworden. Mit der Einführung von
Ausbildungslehrgängen zum Solarteur hat das Land zudem einen wichtigen
Schritt zur breiten Nutzung der Solarenergie bei Privatnutzern und in der
Wirtschaft getan.

Das größte Windtestfeld im Binnenland wurde 1999 in Grevenbroich
eingeweiht. Auf der Frimmersdofer Höhe werden bis zu acht
Windenergieanlagen aufgestellt und erprobt. Am 29. Februar 2000 weihte
Bundeskanzler Gerhard Schröder dort mit der N-80 von Borsig Energy die
weltgrößte Serien-Windenergieanlage für das Binnenland ein.

61 von den 120 Bergehalden in NRW erscheinen aufgrund ihrer Form und Lage
prinzipiell für die Windenergienutzung geeignet. Die erste
Windenergieanlage auf einer Bergehalde errichtete der Kommunalverband
Ruhrgebiet (KVR) auf der Steinkohlenhalde "Hoppenbruch" in Herten.

In Herten wurde 1998 auch die bundesweit erste Biogasanlage nach dem
innovativen Verfahren "Integrierte Methanisierung und Kompostierung" (IMK)
in Betrieb genommen. Betreiber ist die BioEnergie GmbH (BEG) Herten, die
aus dem Bergbauzulieferbereich stammt. Sie plante neben der Errichtung und
dem Betrieb der Anlage auch deren nationale und internationale Vermarktung
- mit wachsendem Erfolg.

Auch die Brennstoffzellentechnologie wird zwischen Rhein und Ruhr
weiterentwickelt. Im Rahmen der Landesinitiative Zukunftsenergien wurde am
10. April 2000 das erste deutsche Kompetenz-Netzwerk Brennstoffzellen von
NRW-Wirtschaftsminister Ernst Schwanhold gegründet.

Die Energieagentur NRW in Wuppertal hat einen Bus - das sogenannte
Energieberatungsmobil NRW - ausgerüstet, der allen Kommunen,
Messebetreibern oder auch Unternehmen für Informationsveranstaltungen zum
Thema Energiespar-Know-how unentgeltlich zur Verfügung steht.

Diese erfolgreichen Leitprojekte zeigen: Zukunft kann man gestalten - und
in Nordrhein-Westfalen sind gute Bedingungen geschaffen, den
Zukunftsenergien auch eine erfolgreiche Zukunft zu ermöglichen. Weil wir
immer wieder neu denken - und dann entschlossen handeln.


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