Neue Energieeinsparverordnung (EnEV)des Bauministeriums nicht "2000-fähig"


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Posted by Klima-Bündnis der europäischen Städte on September 07, 1999 at 10:08:56:

Als nicht zukunftsfähig und nicht den Erfordernissen des Klimaschutzes für
das nächste Jahrhundert entsprechend hat das Klima-Bündnis der
europäischen Städte den Entwurf der Bundesregierung für die neue
Energieeinsparverordnung (EnEV) kritisiert. Zwar werden die Anforderungen
an Wärmedämmung und effiziente Heizungsanlagen um im Mittel 30%
verschärft. Eine Detailprüfung zeigt aber, dass diese Einsparung
weitgehend auf dem Papier stattfindet und durch verschiedene
Berechnungstricks, die nur Fachleute durchschauen, wieder aufgehoben wird.
Die Verordnung erweist sich als Mogelpackung. Besonders kritisiert das
Klima-Bündnis, dass einerseits die unsinnige Nutzung von Strom zum Heizen
begünstigt wird, andererseits vorteilhafte Blockheizkraftwerke und
Solarenergie diskriminiert werden.

Das Klima-Bündnis verweist auf die intensiven Bemühungen seiner
Mitgliedsstädte zur Senkung der CO2-Emissionen im Bausektor, die nunmehr
keine weitere Untersützung von Bundesseite erhalten. Teilweise dürfe sogar
schlechter gebaut werden als bisher, obwohl viele Bauprojekte der letzten
Jahre gezeigt haben, dass man die Anforderungen um das 2-3 fache
unterbieten kann. Die Verordnung fällt damit hinter den Stand der Technik
zurück. Damit werden weder die Städte noch die Bundesregierung ihr selbst
gesetztes Klimaschutzziel erreichen können.

Das Klima-Bündnis, das über 800 europäische Städte vertritt - davon über
400 deutsche, mit zusammen mehr als 40% aller Einwohner in Deutschland -,
hatte im Frühjahr gemeinsam mit den grossen Umweltorganisationen WWF, BUND
und NABU einen Forderungskatalog zu der neuen Verordnung aufgestellt. Mit
dem Verordnungs-Entwurf, zu dem am 3. September eine Anhörung in Bonn
stattfinden wird, stellt sich die Bundesregierung nicht nur gegen die
Inititiative des Klima-Bündnis und der Umweltverbände. Auch seitens der
Heizungswirtschaft gibt es herbe Kritik. Denn nur wenn neue Grenzwerte den
Energieverbrauch stärker begrenzen, werden auch neue Arbeitsplätze in der
Wärmedämm-, Heizungs- und Solarindustrie entstehen.

Das Klima-Bündnis hofft daher, dass es den vereinten Kräften von Umwelt-
und Industrieverbänden, die sich für den Klimaschutz einsetzen, gelingt,
die Bundesregierung zur Überarbeitung zu veranlassen, damit zukünftig
Klimaschutz und Arbeitsplätze gleichermassen gefördert werden.




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