Bei Zukunftsenergien liegt NRW an der Spitze


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Posted by Landesinitiative Zukunftsenergien NRW on May 15, 19100 at 08:42:57:

In der engen Vernetzung klassischer und innovativer Energietechnologien
auf dem Weg Nordrhein-Westfalens zum Solar- und Energieland NR. 1 sieht
Geschäftsführer Dr. Frank-Michael Baumann einen der wichtigsten Erfolge
der im April 1996 gegründeten Landesinitiative Zukunftsenergien NRW. Diese
Kooperation beinhalte große Chancen für die Zukunft des Landes und für
neue Arbeitsplätze. Dr. Baumann: "Die Landesinitiative Zukunftsenergien
fördert das innovative Potential der Menschen in den Labors und bei den
Firmen in NRW speziell im Bereich der zukunftsfähigen Energien. Für die
Entwicklung und Markteinführung neuer Energietechnologien hat die
Landesregierung NRW seit 1988 mehr als 800 Millionen DM für ca. 40.000
Förderprojekte aufgewendet. Diese Landesförderung zog weitere
Investitionen von rund vier Milliarden DM nach sich. Neben der
Solartechnologie, Wind- und Wasserenergiegewinnung fördern wir auch die
Modernisierung von Kohlekraftwerken – rote und schwarze Energie für ein
zukunftsfähiges NRW im Herzen Europas."

Ein herausragendes Beispiel für die erfolgreiche Netzwerkarbeit der
Landesinitiative ist der Bau von Europas größter Solarfabrik in
Gelsenkirchen. Die Solarzellenfabrik, ein gemeinsames Projekt der
Deutschen Shell AG und der Pilkington Solar International, wurde am 16.
November 1999 von NRW-Ministerpräsident Wolfgang Clement eröffnet. Sie ist
Kern eines Konzeptes, das Gelsenkirchen zur Solarhauptstadt Europas machen
soll und Gesamtinvestitionen von ca. 150 Mio. DM umfaßt. Im Ruhrgebiet
entstehen dadurch insgesamt 700 neue zukunftsfähige Arbeitsplätze. Ziel
der Förderung ist die Erprobung und Entwicklung effizienterer Technologien
und Anlagen zur Herstellung von Photovoltaikelementen. Damit soll die
kostenbedingt schwierige Wettbewerbssituation der solaren Stromerzeugung
gegenüber herkömmlichen Energieangeboten verbessert werden. In dieses
Leitprojekt der Landesinitiative Zukunftsenergien NRW fließen auch
Entwicklungen aus der Forschungsarbeit der Bayer AG im Bereich der
Siliziumfertigung ein. Darüber hinaus hat das Freiburger Fraunhofer
Institut für Solare Energiesysteme (ISE) auf dem Gelände der Solarfabrik
eine Außenstelle errichtet. Durch diese Kooperation werden die
Herstellungsverfahren und der Wirkungsgrad der Solarzellen optimiert.

Die am 20. August 1999 eröffnete Akademie und der Energiepark Mont-Cenis
in Herne-Sodingen genießen weltweiten Modellcharakter, sowohl
architektonisch als auch energietechnisch. Das größte dachintegrierte
Solarkraftwerk der Welt auf der Fortbildungsakademie des
NRW-Innenministeriums soll jährlich bis zu einem Megawatt elektrische
Leistung und 750.000 Kilowattstunden Strom liefern. Über 3.000 Solarmodule
wurden millimetergenau auf dem Dach plaziert. Unter der Glashülle – 176 m
lang, ca. 72 m breit und 15 m hoch – herrschen Klimabedingungen wie in St.
Tropez.

Die Solarenergie wird teilweise direkt zu den Abnehmern im neuen
Stadtteilzentrum weitergeleitet und teilweise von einer
Hochleistungsbatterieanlage gespeichert. Zusätzlich wird Grubengas aus dem
stillgelegten Bergwerk Mont-Cenis mittels eines Blockheizkraftwerks zur
Strom- und Wärmeversorgung genutzt.

Der Solar-Campus in Jülich beweist, dass der Wissenstransfer
unmittelbare Vorteile bringt. Die studentische Wohnanlage dokumentiert die
praktische Umsetzung der zukunftsweisenden Niedrigenergie-Bauweise und
Solararchitektur. Durch das Projekt erfahren Studenten vor Ort die
Vorteile der aktiven und passiven Nutzung der Solarenergie. Der Einsatz
moderner Heizungs- und Klimatechniken bei dem Bauprojekt wird auch für die
wissenschaftliche Ausbildung genutzt.

Neben der Photovoltaik und der Solar-Architektur hat auch die
Zusammenarbeit zwischen Herstellern von Windenergieanlagen und
Wissenschaftlern vorzeigbare Synergieeffekte ergeben. Das größte
Windtestfeld im Binnenland wurde im Februar 1999 in Grevenbroich
eingeweiht. Auf der Frimmersdofer Höhe werden bis zu acht
Windenergieanlagen aufgestellt und erprobt. Von den Ergebnissen der
Testanlage profitieren sowohl die Hersteller und Nutzer der Anlagen als
auch die benachbarten Hochschulen Aachen, Jülich, Köln und Wuppertal. Am
29. Februar 2000 weihte Bundeskanzler Gerhard Schröder dort mit der N-80
von Borsig Energy die weltgrößte Serien-Windkraftanlage für das Binnenland
ein.

Das modernste und umweltfreundlichste Eloxalwerk Europas ist bei dem
bekannten Klinkenhersteller Franz Schneider im ostwestfälischen Brakel
(FSB) entstanden. Die seit 1994 bestehende fruchtbare Kooperation mit dem
regionalen Energieversorgungsunternehmen PESAG in Paderborn sowie der
Universität-GH Paderborn und der FH Bielefeld hat zu einer Einsparung des
Energiebedarfs um mehr als 66 Prozent geführt. Statt ursprünglich 3,4 Mio.
Kilowattstunden Strom werden fortan nur noch 1,0 Mio kWh benötigt. Der
CO2-Ausstoß hat sich um 590 Tonnen im Jahr reduziert. Aufgrund seines
Vorbildcharakters, besonders für mittelständische Firmen, wurde auch
dieses Energiesparprogramm zu einem der 30 Leitprojekte der
Landesinitiative Zukunftsenergien NRW gekürt.

Auch die Brennstoffzellentechnologie wird zwischen Rhein und Ruhr
weiterentwickelt. Im Rahmen der Landesinitiative Zukunftsenergien
gründete NRW-Wirtschaftsminister Ernst Schwanhold am 10. April 2000 das
erste deutsche Kompetenz-Netzwerk Brennstoffzellen. Bereits am 10.
November 1999 wurde der erste deutsche Brennstoffzellen-Linienbus bei der
Firma Industrietechnik Höbing & Reil (IHR) in Marl vorgestellt. Das
Antriebssystem und das Konzept des Luft- und Wasserkreislaufes des Busses
stammen von IHR und vom Institut für Technische Thermodynamik des
Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Stuttgart.



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