Posted by Greenpeace on March 16, 19100 at 06:35:46:
Greenpeace warnt vor Gefahren von Billigstrom
Karlsruhe, 15. 3. 2000 - Greenpeace hat heute morgen in
Karlsruhe ein Grossbild-Dia an die Zentrale des
Atomstromkonzerns Energie Baden Wuerttemberg (EnBW)
projiziert, um gegen die Billigstromfirma "Yello" zu
protestieren. "Yello Strom - Guenstig in den GAU" stand in
riesengrossen, leuchtenden Buchstaben an der Fassade des
EnBW-Hauptgebaeudes. Greenpeace fordert Yello auf, die
Herkunft des Stroms offen zu legen und in seinem Angebot
vollstaendig auf Atomstrom zu verzichten. Die Aktion ist
die vierte Station einer bundesweiten "Projektionstour",
mit der Greenpeace vor den Gefahren von Atomstrom warnt
und die Verbraucher auffordert, zu einem
umweltfreundlichen Anbieter zu wechseln.
"Yello-Strom stammt auch aus Atomkraftwerken und ist
somit mitverantwortlich fuer Atommuellberge,
Castortransporte und die staendige Gefahr von
Atomunfaellen", sagt Greenpeace-Energieexperte Veit Buerger.
"Die Risiken und Nebenwirkungen von Atomstrom werden in
der grellen Werbekampagne von Yello allerdings
verschwiegen."
Hinter dem Billigstromanbieter Yello steht der
Atomkonzern EnBW, der viertgroesste Atomstromproduzent
Deutschlands. Yello-Strom kommt unter anderem aus den
Atomkraftwerken Philippsburg, Neckarwestheim und dem
aeltesten deutschen Reaktor Obrigheim.
"Die Herkunft des Stroms ist entscheidend fuer die Umwelt
und die Sicherheit der Bevoelkerung," erklaert Veit Buerger.
"Deswegen ist es gut zu wissen, wer und was hinter den
neuen Stromfirmen steckt. Wir verlangen von Yello, uns
diese Information nicht vorzuenthalten."
Trotz mehrmaliger Nachfrage verweigert Yello Greenpeace
nach wie vor Informationen zur Herkunft,
Umweltvertraeglichkeit und Verlaesslichkeit seines
Strommixes. Mehrere Anfragen blieben unbeantwortet:
Wird Yello seine Kunden kuenftig mit franzoesischem
Atomstrom versorgen? Im Januar hat Frankreichs
staatlicher Stromkonzern EdF 25 Prozent der EnBW
erworben, um dadurch auf dem deutschen Strommarkt Fuss
zu fassen.
Erhalten Yello-Kunden wirklich norwegischen
Wasserkraft-Strom? Oder erfolgt die Lieferung nur auf
dem Papier? Ende letzten Jahres gab Yello Planungen
bekannt, zukuenftig grosse Mengen Strom aus
norwegischen Wasserkraftwerken verkaufen zu wollen.
Veit Buerger: "Wer sauberen Strom will, kann nicht Kunde
bei Yello sein. Durch die bewusste Entscheidung gegen
Atomstrom und fuer umweltfreundliche Anbieter kann jeder
Stromkunde persoenlich aus der Atomenergie aussteigen."