Posted by Greenpeace on February 21, 19100 at 09:26:55:
Bundesweite Thermografie-Tour
dokumentiert Waermelecks
Greenpeace fordert Waermeschutz fuer aeltere
Wohngebaeude -
Koeln, 17. 2. 2000. Die meisten aelteren Wohnungsbauten in
der Bundesrepublik sind wahre Verschwender von
Heizenergie. Durch schlecht gedaemmte Fassaden, Fenster und
Daecher ist der Heizwaermeverbrauch dreimal hoeher als noetig,
wie Greenpeace heute auf einer Pressekonferenz in Koeln
erklaerte.
"Die Waermedaemmung vieler deutscher Wohnhaeuser ist loechrig
wie ein Schweizer Kaese. Mit einer umfangreichen Sanierung
koennte der Heizenergie-Verbrauch der Haushalte um bis zu
70 Prozent reduziert werden", sagt Jan Rispens,
Klimaexperte von Greenpeace. Die Raumheizung verursacht
pro Jahr 180 Millionen Tonnen klimaschaedliches
Kohlendioxid, 20 Prozent der deutschen CO2-Emissionen.
Bisher scheuen viele Wohnungseigentuemer wegen der hohen
Kosten vor einer Sanierung ihrer Gebaeude zurueck. Eine
umfangreiche Waermedaemmung koennte jedoch sowohl fuer den
Wohnungsinhaber als auch fuer den Mieter lohnend sein, wie
eine im Auftrag von Greenpeace durchgefuehrte Untersuchung
des Darmstaedter Institutes Wohnen und Umwelt (IWU) belegt.
Dazu muesste der Staat etwa 30 Prozent der energiebedingten
Mehrkosten uebernehmen.
Ausserdem muesste er sicherstellen, dass Energiesparmassnahmen
fuer den Vermieter wirtschaftlich sind und auf den Mieter
keine zusaetzlichen Belastungen zukommen
(Warmmietenneutralitaet). Der vorgestellte Ansatz des IWU
geht davon aus, dass der Energieverbrauch eines Gebaeudes
als Kriterium im Mietspiegel aufgenommen wird. Fuehrt ein
Vermieter Energiesparmassnahmen durch, kann er eine hoehere
Kaltmiete verlangen. Dem Mieter kommt die
Heizkosteneinsparung zugute.
Jan Rispens: "Der Vorschlag des IWU lohnt sich fuer alle
Beteiligten. Weder Mieter noch Vermieter zahlen bei einer
energetischen Sanierung drauf, und die Bundesregierung
schafft Arbeitsplaetze und kommt ihrem Klimaschutzziel ein
grosses Stueck naeher." Greenpeace fordert daher
Bundeskanzler Schroeder auf, in seinem fuer diesen Sommer
angekuendigten Klimaschutzplan ein umfassendes
Waermeschutzprogramm fuer aeltere Wohnungsbauten zu
verankern. Nach Berechnungen des Wuppertal-Institutes
koennten mit einer umfangreichen Waermedaemmung bis zu
400.000 neue Arbeitsplaetze geschaffen werden. Durch
sinkende Sozialausgaben und eine geringfuegige Umschichtung
der Foerdergelder vom Neu- in den Altbaubereich haette der
Staat keine zusaetzliche finanzielle Belastung zu
befuerchten.
Um das Ausmass der Waermeverluste in Wohngebaeuden deutlich
zu machen, startet Greenpeace heute in Koeln eine
bundesweite Dokumentations-Tour in 22 Staedte. Dabei werden
mit Hilfe einer waermeempfindlichen Infrarot-Kamera
Energieverluste an Wohngebaeuden sichtbar gemacht. Jan
Rispens: "Koeln beispielsweise ist ein gigantischer
Freiluft-Heizkoerper. Etwa 65 Prozent der Gebaeude sind 20
bis 50 Jahre alt. Hier liegt das groesste
Energiesparpotential, das bei der naechsten Sanierung
genutzt werden kann."