Posted by Umweltbundesamt (UBA) on January 19, 19100 at 09:03:40:
Aus Umweltsicht ist Verbrennung in Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung am besten
Holz ist eine wichtige erneuerbare Energie- und Rohstoffquelle. Es kann eine große Rolle bei der Schonung fossiler Ressourcen
spielen. Zudem trägt die energetische Nutzung von Holz zum Klimaschutz bei, da bei seiner Verbrennung nur so viel
klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) freigesetzt wird, wie zuvor beim Wachstum des Baumes der Atmosphäre entzogen wurde.
Auch wenn man den zusätzlichen CO2-Ausstoß bei Verarbeitung und Transport berücksichtigt, ist die CO2-Bilanz von Holz im
Vergleich zu fossilen Brennstoffen deutlich positiv. Wichtig ist dabei, dass das Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung stammt,
also kein Raubbau betrieben wird. In den deutschen Wäldern wächst derzeit erheblich mehr Holz nach als eingeschlagen wird.
Besonders das sogenannte Waldrestholz, zum Beispiel Schwachholz, das bei der Durchforstung und bei der Holzernte anfällt, stellt
einen bisher weitgehend ungenutzten Rohstoff dar. Durch seine Verbrennung könnten rund 3 Milliarden Liter Heizöl pro Jahr
eingespart werden. Um dabei die Effizienz möglichst hoch und den Schadstoffausstoß gering zu halten, empfiehlt das
Umweltbundesamt die Verbrennung von Holz vor allem in größeren Anlagen, zum Beispiel in kommunalen Heizkraftwerken.
Diese erzeugen in Kraft-Wärme-Kopplung sowohl Wärme als auch elektrischen Strom.
In Deutschland soll bis zum Jahr 2010 der Anteil erneuerbarer Energien am Primärenergieverbrauch von heute zwei auf vier Prozent und an der
Stromerzeugung von heute fünf auf zehn Prozent verdoppelt werden. Bis 2050 sollen 50 Prozent der Primärenergie regenerativ erzeugt werden.
Hierbei kommt der energetischen Nutzung von Biomasse, dazu gehört auch Holz, eine herausragende Rolle zu. "Wir müssen die erneuerbaren
Energiequellen nutzen, die wir hier in Deutschland haben", sagt Prof. Dr. Andreas Troge, Präsident des Umweltbundesamtes. "Damit schaffen
und erhalten wir auch Arbeitsplätze in der Land- und Forstwirtschaft."
Für eine stärkere Nutzung von Holz kommen neben kleinen Feuerungsanlagen der Haushalte vor allem größere Anlagen zur dezentralen
Energieversorgung, zum Beispiel kommunale Heiz(kraft)werke zur Nahwärmeversorgung, in Frage.
Auch die Mitverbrennung von Holz in Kohlekraftwerken ist möglich. Eine vielversprechende Variante ist die Vergasung von Holz und die
Nutzung des dabei entstehenden Gases in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen. Die entsprechende Technik ist in Entwicklung und wird in naher
Zukunft an Bedeutung gewinnen.
Von den genannten vier Möglichkeiten schneiden unter Luftreinhalteaspekten die Haushaltsfeuerungen relativ schlecht ab. Diese kleinen
Anlagen, zum Beispiel Einzelöfen oder Stückholz-Heizkessel, weisen im Vergleich zu Öl- oder Gasfeuerungsanlagen höhere Emissionen
bestimmter Luftschadstoffe auf - insbesondere Kohlenmonoxid, (Fein-)Staub, Ruß und Kohlenwasserstoffverbindungen. Infolge der niedrigen
Schornsteinhöhen von Wohngebäuden kann dies unter Umständen zu erheblichen Belästigungen der Nachbarschaft führen. Als interessante
Alternative zu den klassischen Hausbrandfeuerstätten bieten sich Heizanlagen für den Einsatz sogenannter Holzpellets, kleinen Holzpresslingen,
an. Holzpelletfeuerungen sind besonders emissionsarm, da sie einen Brennstoff mit einheitlicher Beschaffenheit verwenden und weitgehend
automatisch betrieben werden können. Die Verbreitung dieser innovativen Feuerungstechnik wird vom Umweltbundesamt begrüßt. Sie wird
bereits durch Förderprogramme, zum Beispiel das Marktanreizprogramm für erneuerbare Energien des Bundeswirtschaftsministeriums,
unterstützt.
Größere und leistungsstärkere Anlagen haben einen höheren Wirkungsgrad. Wegen ihrer besseren Feuerungstechnik und einer weiter
reichenden Automatisierung ist ihr spezifischer Schadstoffausstoß geringer als bei Kleinanlagen. Sie sind deshalb aus Sicht des Umweltschutzes
zu bevorzugen. Errichtung und Betrieb derartiger Anlagen sind jedoch noch teuer und setzen eine Einbindung in ein geeignetes
Energieversorgungskonzept voraus, das sich von der Brennstoffbereitstellung bis zur Abnahme von Wärme sowie gegebenenfalls elektrischem
Strom erstreckt. Mit der Verteuerung der fossilen Brennstoffe Heizöl und Erdgas im Zuge der Ökologischen Steuerreform werden Anlagen zur
Holzenergienutzung allerdings immer wirtschaftlicher. Das Umweltbundesamt begrüßt die geplante Fortschreibung des
Stromeinspeisungsgesetzes zum künftigen Erneuerbare-Energien-Gesetz, das die energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die besonders
vorteilhafte Holzenergienutzung mit Kraft-Wärme-Kopplung weiter verbessert.