Atomindustrie trickst: Zwischenlager sollen AKW-Betrieb fuer Jahrzehnte sichern


[ Follow Ups ] [ Post Followup ] [ Solar-NEWS.de ]

Posted by Greenpeace on January 11, 19100 at 07:38:06:

Hamburg, 7.1.2000. Greenpeace lehnt neue Zwischenlager fuer
Atommuell an den Atomkraftwerken ab, da die Lagerkapazitaet
fuer die abgebrannten Brennstaebe in Deutschland etwa
verdoppelt wuerde. Wie gestern bekannt wurde, haben die
Betreiber der Atomkraftwerke (AKWs) allein im Dezember neun
Antraege fuer den Bau von Zwischenlagern fuer 12 AKWs
gestellt. Damit koennten die Anlagen noch jahrzehntelang
weiterlaufen, obwohl zurzeit ueber den Ausstieg verhandelt
wird. Die Zwischenlager wuerden z.B. im AKW Brunsbuettel fuer
rund 90 Jahre Platz fuer abgebrannte Brennelemente bieten,
in Kruemmel fuer etwa 60 Jahre, in Grohnde und Brokdorf
jeweils fuer knapp 40 Jahre.

"Die AKW-Betreiber verraten mit ihren Antraegen, dass sie
keinen Konsens mit der Regierung ueber den Atomausstieg
wollen", sagt Greenpeace-Experte Roland Hipp. "Die
Bundesregierung darf nicht auf diesen Trick hereinfallen
und den Betrieb der AKWs indirekt verlaengern. Greenpeace
fordert die Bundesregierung auf, die Forderung nach neuen
Zwischenlagern zurueckzuweisen. Sie sollte auch der
Atomindustrie klarmachen, dass die Betriebsgenehmigungen
ihrer AKWs auf dem Spiel stehen, da das Entsorgungsproblem
des Atommuells nicht geloest ist."

Das Atomgesetz verlangt fuer den Betrieb der AKWs die
"geordnete Beseitigung" des Atommuells in einem Endlager.
Doch ein solches Endlager existiert nicht. Weltweit muss
die Atomlobby eingestehen, dass sie das Atommuellproblem
leichtfertig unterschaetzt hat. Damit steht die
Betriebsgenehmigung der Reaktoren auf wackligen Fuessen und
kann nur mit dubiosen rechtlichen Hilfskonstruktionen
aufrechterhalten werden. Dazu zaehlt die "langfristige
Zwischenlagerung", die fuer insgesamt zehn Standorte
beantragt wurde.

Greenpeace haelt es fuer richtig, das Verschieben des
Atommuells in die Wiederaufarbeitungsanlagen im Ausland
aufzugeben. Die Umgebung dieser Anlagen ist bereits hoch
radioaktiv belastet. Daher ist die Zwischenlagerung als
Notloesung in begrenztem Rahmen zu akzeptieren. "Wir haben
einen Abschaltplan erarbeitet, der den AKWs Restlaufzeiten
zugesteht, bis ihre bereits bestehenden internen
Lagerbecken voll sind. Dann muessen die Reaktoren vom Netz.
Die neuen Antraege wuerden es den Betreibern jedoch erlauben,
noch mehrere Jahrzehnte Strahlenmuell zu produzieren", so
Roland Hipp.

Zwischenlagerhallen wie in Ahaus und Gorleben koennen die
Umwelt nicht sicher vor Radioaktivitaet abschirmen. Das
muessen allein die Behaelter gewaehrleisten. Doch an deren
Sicherheit gibt es massive Zweifel. Erst vor zwei Wochen
musste die nordrhein-westfaelische Landesregierung zugeben,
dass ein Grossteil der in Ahaus lagernden Castoren bereits
nach fuenf Jahren Rostschaeden hat. Die Behaelter sind aber
fuer eine Lagerdauer von 40 Jahren ausgelegt. Rostschaeden an
den Behaelterdeckeln koennen dazu fuehren, dass die Castoren
undicht werden und Radioaktivitaet in die Umwelt entweicht.




Follow Ups:



Post a Followup

Name:
E-Mail:

Subject: Re: Atomindustrie trickst: Zwischenlager sollen AKW-Betrieb fuer Jahrzehnte sichern

Comments:

Optional Link URL:
Link Title:
Optional Image URL:


[ Follow Ups ] [ Post Followup ] [ Solar-NEWS.de ]