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Wie lukrativ sind Windfonds? |
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| Geschrieben von Bärbel Epp | |
| Samstag, 21 September 2002 | |
"Renditen taugen nicht als ehrliche Werbeträger denn Initiatoren von Windparks haben viel zu viele Möglichkeiten die Renditen in ihren Prospekten künstlich schön zu rechnen", betont Dr. Martin Witt, Vorstandsmitglied des Berliner Finanzdienstleisters FondScope im Interview mit Sonne Wind & Wärme. ....
SW&W: Herr Dr. Witt, Sie sind Vorstandsmitglied des Berliner Analystenhauses FondScope, das im vergangenen Jahr die Seriosität und Plausibilität von 250 geschlossenen Fonds nachprüfte. Wind- und PV-Fonds sind auch dabei. Es scheint, man kommt als Finanzdienstleister um Beteiligungsangebote aus dem Bereich Regenerative Energien nicht mehr herum?
NEG 44 / 750 »Niedrigsten Windgutachtenwert für die Ertragsberechnung nutzen« SW&W: Im aktuellen Fall Energiekontor kam es aufgrund erheblicher Unterschreitungen der prognostizierten Erträge nun zu Rückkaufangeboten von Seiten des Fondanbieters. Ist das nur die Spitze vom Eisberg? Kommen weitere Fonds mit Fehlprognosen auf die Branche zu? Martin Witt: Nach FondScope-Einschätzung kann das schon der Fall sein. Dies resultiert vor allem aus der Tatsache, dass die meisten Anbieter bei den Ertragsprognosen den Mittelwert der Gutachten zugrunde legen. Sicherer wäre es, den niedrigsten Gutachtenwert für die Ertragsberechnung zu nutzen, um Schwankungen in den Windprognosen abzufangen. SW&W: Die Rendite als schlichte Prozentzahl ist umstritten, weil sie leicht mit dem Zinssatz festverzinslicher Anlagen verwechselt werden kann. Halten Sie Renditen für einen ehrlichen Werbeträger für Fondsangebote? Martin Witt: Nein, Renditen taugen nicht als ehrlicher Werbeträger, da gibt es für die Initiatoren einfach zu viele Möglichkeiten, um künstlich »schön zu rechnen«. FondScope bezieht die Rendite trotzdem in die Bewertung von Fonds ein, allerdings auf der Basis eines einheitlichen Berechnungsmodus und unter Prüfung ihrer Plausibilität. Je schöner die Rendite zuvor gerechnet wurde, desto niedriger fällt in der FondScope-Analyse der Plausibilitätswert aus. So können Fondsprodukte und ihre Renditen tatsächlich sinnvoll miteinander verglichen werden. SW&W: Noch vor wenigen Jahren kamen im Windbereich die reinen Abschreibungsprojekte in Verruf. Inzwischen hat der Gesetzgeber durch den §2b (negative Einkünfte aus Beteiligungen können nur noch eingeschränkt mit Einkünften ausgeglichen werden) einen Riegel vorgeschoben. Hat das die geschlossenen Windfonds nachhaltig verändert? Martin Witt: Die Verlustzuweisungen im Bereich Windkraft resultieren im Wesentlichen aus Sonderabschreibungen sowie überdimensionierten Fremdfinanzierungsquoten durch Förderdarlehen, die auf Ebene der Fondsgesellschaft aufgenommen werden. Die Verluste sind damit im Windkraftbereich nur geringfügig zurückgegangen. Außerdem war die Weichkostenquote bezogen auf das Fondsvolumen - der Hauptverlustbringer bei anderen Fondsarten - im Windkraftbereich längst nicht so ausgeprägt. Insofern sind die verschärften steuerlichen Bedingungen, mit denen die Branche insbesondere im Immobilienbereich zu kämpfen hat, für die Windkraftfonds kaum von Bedeutung. SW&W: Die Standorte im Inland werden zunehmend rar. Haben sie schon den ersten Fondsangebote für Auslandsprospekte und Off-Shore-Windparks geprüft? Auf was kommt es dabei besonders an? Martin Witt: Energiekontor hat mit dem Fonds »Zarax« für ein griechisches Projekt jüngst den ersten Auslandsfonds auf den Markt gebracht. Grundsätzlich werden wir bei der Analyse ähnlich vorgehen wie bei deutschen Fonds. Entscheidend ist natürlich die jeweilige Einspeisevergütung, ohne die kein Initiator einen Windfonds auflegen wird. Bärbel Epp, Redakteurin der Zeitschrift Sonne Wind & Wärme führte dieses Interview, das in der Ausgabe 9/2002 erschien. Informationen zum Branchenblatt Sonne Wind & Wärme: www.bva-solar.de Links:
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"Renditen taugen nicht als ehrliche Werbeträger denn Initiatoren von Windparks haben viel zu viele Möglichkeiten die Renditen in ihren Prospekten künstlich schön zu rechnen", betont Dr. Martin Witt, Vorstandsmitglied des Berliner Finanzdienstleisters FondScope im Interview mit Sonne Wind & Wärme. ....



