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Bank Sarasin: Solarstudie 2006

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20 Photovoltaik-Unternehmen wagten 2005 den Sprung an die Börse. Solartitel profitierten von einer
Wertentwicklung von teilweise 150 Prozent – bis im Mai 2006 der Einbruch folgte. Dass sich nicht alle
Unternehmen von dieser Korrektur erholen konnten, zeigt ...

... neben den Wachstumschancen der Solarenergie auch deren Schattenseiten. Der Erfolg von Unternehmen, die von der erneuerbaren Energie profitieren wollen, hängt davon ab, wie sie Herausforderungen wie Rohstoffknappheit, bürokratische
Hürden bei Förderprogrammen und zunehmende Konkurrenz meistern. Ingesamt geht die Bank
Sarasin in ihrer neuen Solarstudie jedoch von einem weiteren Wachstum der Photovoltaik aus. Die
hohen Öl- und Gaspreise rücken darüber hinaus die Solarthermie als Alternative immer stärker in den
Mittelpunkt. Deutschland spielt in beiden Bereichen eine führende Rolle - noch.

Bereits zum vierten Mal in Folge stellt die Bank Sarasin ihre jährliche Studie zum Solarenergie-Markt vor. In
der Publikation „Solarenergie 2006 – Licht- und Schattenseiten einer boomenden Industrie“ untersucht die
Bank den gesamten Solarenergiemarkt von der Photovoltaik über Solarthermie bis hin zu solarthermischen
Großkraftwerken. Neu hinzugekommen ist die strategische Bewertung einzelner börsennotierter Photovoltaik-Unternehmen. „Wir beurteilen die Entwicklung sowohl von der Photovoltaik als auch der Solarthermiepositiv“, fasst Dr. Matthias Fawer-Wasser, Nachhaltigkeitsanalyst bei der Bank Sarasin und Autor der Studie, die Ergebnisse zusammen. „Wir rechnen damit, dass bis 2010 die neu installierte Photovoltaikleistung durchschnittlich um 26 Prozent sowie die neu installierten Solarkollektoren zwischen 25 und 30 Prozent im Jahr wachsen werden.“

Photovoltaik: Enormes Wachstum trotz Rohstoffengpass

2005 nahm die weltweit neu installierte Photovoltaik-Leistung um 55 Prozent zu. Dabei lag Deutschland mit
rund 700 MWp und einer Wachstumsrate von 93 Prozent bereits zum zweiten Mal vor Japan, das insgesamt größtes Produktionsland von Solarzellen bleibt. „Deutschland hat zurzeit noch ein bemerkenswert hohes Wachstum in der Photovoltaik“, beschreibt Fawer-Wasser. „Langfristig wird Deutschland aber wie auch Japan relativ an Bedeutung abnehmen. Wir gehen davon aus, dass der Anteil Deutschlands am Weltmarkt von 55 Prozent im letzten Jahr auf 22 Prozent im Jahr 2010 zurückgehen wird.“ So erwartet die Bank Sarasin für 2010 in Deutschland eine durchschnittliche jährliche Wachstumrate von 5,1 Prozent, während sie weltweit 26 Prozent betragen wird.
Der anhaltende Boom der Photovoltaik ist aufgrund der Knappheit des Rohstoffs Silizium erstaunlich, die
erwartete Abschwächung des Marktwachstums blieb aus. Die Gründe hierfür: Der Materialverbrauch konnte
gesenkt und der Wirkungsgrad der Solarzellen gleichzeitig gesteigert werden. Auch bewirkten die hohen
Silizium-Preise, dass Material aus der Chipindustrie abgezogen werden konnte. Die Siliziumversorgung bleibt aber weiterhin ein Schlüsselthema der Solarbranche. So wird die Nachfrage in den nächsten zwei Jahren das Angebot an solarem Silizium bei weitem übersteigen. Erst 2008 ist mit einer gewissen Entspannung zu rechnen, da dann zusätzliche Siliziummengen auf den Markt kommen werden.

Deutschland ab 2020 wettbewerbsfähig

Eine weitere Herausforderung in der Photovoltaik sind die hohen Modul- und Systempreise. So sind in den
letzten Jahren die Endpreise für eine gesamte Photovoltaik-Anlage deutlich gestiegen. In Deutschland gibt es bereits erste Signale für einen Nachfragerückgang, insbesondere bei Landwirten und Betreibern von Großanlagen.
Die Photovoltaik kann sich noch nicht mit konventionellen Spitzenlastkraftwerken sowie dem Strompreis
von Privathaushalten messen, sie darf das Ziel der Wettbewerbsfähigkeit daher nicht aus den Augen verlieren. „Wir glauben, dass Photovoltaik-Anlagen in sonnenreichen Regionen ab 2013 wettbewerbsfähig sein werden“, prognostiziert Fawer-Wasser. „In gemäßigten Breiten wie Mitteleuropa, also auch in Deutschland, wird dieses um 2020 der Fall sein.“ Dabei spielt auch die Förderung eine Rolle. So hat das deutsche Einspeisegesetz bereits Vorbildcharakter über die nationalen Grenzen hinaus erreicht.

SolarWorld, Q-Cells und Sharp am besten aufgestellt

Im Jahr 2005 verzeichneten Solartitel einen Börsen-Boom. Nach der Börsenkorrektur im Mai 2006 haben sichnicht alle Titel gleich gut erholt. Die Bank Sarasin hat daher die strategische Positionierung von 16 bedeutenden, börsennotierten Photovoltaik-Unternehmen bewertet. Diese wurden anhand von vier Kriterien – gesicherte Rohstoffversorgung, kritische Größe des Unternehmens, technisches Know-How sowie internationale Kundenbasis – untersucht. „Wir gehen davon aus, dass sich die Branche schneller mit klaren Gewinnern und Verlierern konsolidieren wird und immer weniger Neueinsteiger Fuß fassen können“, erklärt Fawer-Wasser.
„Unternehmen werden nur dann in der Photovoltaik nachhaltig erfolgreich sein, wenn sie die kritischen
Aspekte positiv angehen. Nach unserer Untersuchung vorbildlich ist dabei SolarWorld.“ Das deutsche
Unternehmen überzeugte insbesondere bei Know-How, Internationalität sowie durch seine Aktivitäten zur
Rohstoffsicherung. Auf Platz zwei liegt mit Q-Cells ebenfalls ein Unternehmen aus Deutschland. Besonders
positiv: Q-Cells sichert sich den Zugriff auf materialsparende und zukunftsträchtige Technologien durch seine Beteiligungen an EverQ und CSG Solar. Mit Sharp aus Japan liegt das größte Solarunternehmen auf Platz drei. Sharp überzeugt neben der Größe durch Kundenbasis und Know-How, hat aber Probleme bei der Rohstoffsicherung. Am Ende der Rangliste liegen Suntech, Solon, Motech, Sunways und Solar-Fabrik.
Solarthermie liefert 15 Mal mehr Energie als Photovoltaik – China bleibt größter Markt Insbesondere durch die hohen Öl- und Gaspreise rückt die Solarthermie weiter in den Vordergrund. Immer
mehr Regierungen unterstützen die Gewinnung von Solarwärme mittels Sonnenkollektoren durch finanzielle Anreize oder neue Bauvorschriften. Solarthermie ersetzt im Gegensatz zur Photovoltaik direkt Gas, Öl oder Strom für Heiz- und Kühlzwecke und könnte in Europa rund 30 Prozent der Ölimporte aus dem mittleren Osten ersetzen. Weltweit werden bereits 45 Millionen Haushalte über solare Dachanlagen mit Warmwasser versorgt, der Energiebeitrag ist damit deutlich höher als der der Photovoltaik. Im Jahr 2005 lag die weltweit neu installierte Kollektorkapazität mit 13,7 GW thermischer Energie rund 17 Prozent höher als 2004, für 2006 wird eine weitere Zunahme um 25 Prozent erwartet.
Mit Abstand größter Markt ist China, der auch mit 20 Prozent weiterhin stark wächst und einen Anteil von 77 Prozent der im Jahr 2005 installierten Kollektorkapazität hält – und das ohne staatliche Förderprogramme.
Aber auch der europäische Markt wächst. 2005 wurde die neu installierte thermische Leistung um 26 Prozent auf eine Kollektorfläche von zwei Millionen Quadratmetern gesteigert. Für 2006 erwartet die Bank Sarasin eine Wachstumsrate von 30 Prozent. „In Europa konzentriert sich der Absatz von Sonnenkollektoren weiterhin auf Deutschland, Griechenland und Österreich“, erläutert Fawer-Wasser. „Dabei ist Deutschland der größte Anwender der Technik. Für 2006 rechnen wir mit einem Wachstum der neu installierten Leistung von 34 Prozent. Dennoch wird das von der Bundesregierung für 2006 gesetzte Ziel von kumuliert 7 GW nicht erreicht werden. Es werden nur rund 5,5 GW sein.““

Fortschritte bei solarthermischen Kraftwerken

Sieben solarthermische Kraftwerke (Engl. Concentrating Solar Power; CSP) befinden sich mittlerweile in Bau, zwei davon könnten Ende des Jahres ans Netz gehen. Allein in Spanien werden derzeit sechs solcher Kraftwerke gebaut. Einen Meilenstein für den CSP-Markt konnte das Erlanger Unternehmen SolarMillennium mit der Finanzierungszusage für das Projekt Andasol 1 in Spanien erreichen. Auch in den USA erleben Solarthermieprojekte einen Aufschwung, nicht zuletzt durch das neue Energiegesetz. So will Stirling Energy Systems in Kalifornien eine der größten solarthermischen Anlagen errichten. „Die laufenden Projekte sind insgesamt vielversprechend“, kommentiert Fawer-Wasser. „Die weitere Entwicklung des Marktes hängt nun stark vom Erfolg und den Erfahrungen dieser Projekte ab. Wir halten es für möglich, dass solarthermische Kraftwerke bis 2010 mit einer Gesamtleistung von 2,1 GW realisiert werden können.“


Über Sarasin
Die 1841 gegründete Bank Sarasin ist eine der führenden Privatbanken der Schweiz. Ihr nachhaltiger Erfolg basiert auf Vertrauen, Diskretion, Kompetenz und Engagement. Zum Kerngeschäft gehören die Anlageberatung und die Vermögensverwaltung für private und institutionelle Kunden sowie das Fondsgeschäft. Anlagestiftungen, Corporate Finance, Brokerage und Finanzanalyse ergänzen das Dienstleistungsangebot. Die Sarasin-Gruppe - mit Hauptsitz in Basel (Schweiz) - beschäftigt über 1.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Neben dem Hauptsitz in Basel hat die Bank in der Schweiz Niederlassungen in Zürich, Genf und Lugano.
International ist die Sarasin-Gruppe mit Tochtergesellschaften in Dubai, Guernsey, Hongkong, London,
Luxemburg, München, Paris und Singapur vertreten. Die Bank Sarasin ist eine Aktiengesellschaft und ihre
Aktien sind an der Schweizer Börse SWX notiert. Der Allianz-Partner Rabobank ist weltweit die einzige Bank
ohne staatliche Garantie mit einem AAA-Rating.

 
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