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Windparks in der Wüste |
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| Geschrieben von Rüdiger Kipke | |
| Samstag, 25 Juni 2005 | |
An der ägyptischen Küste des Roten Meeres herrschen
hervorragende Windbedingungen, die im Windpark Zafarana seit Ende der neunziger
Jahre im großen Maßstab genutzt werden.Die Windenergie wird in Nordafrika bisher erst an wenigen Standorten genutzt, vor allem in Marokko und Ägypten. Die Windenergieanlagen (WEA) werden meist in großen Windparks konzentriert. In Ägypten ist praktisch die gesamte installierte WEA-Leistung am Standort Zafarana zusammengefasst. Finanziert durch zwei Entwicklungsbanken (die deutsche KfW und die dänische Danida) wurden bis heute in dieser Wüstenregion 140 MW aufgebaut, ausschließlich Anlagen der Typen Nordex N43/600 (105 Einheiten) und Vestas V47/660 (117 Einheiten). Die Nomenklatur der einzelnen Windparkbestandteile führt gelegentlich zu Verwirrung und richtet sich nach den Finanztranchen. Die KfW hat bis jetzt die Tranchen I bis III finanziert, Danida die Tranchen I und II. Die Finanzierungsbedingungen sind nicht einheitlich: zum Teil als Grant (nicht zurückzahlbarer »Kredit«, also praktisch ein Geldgeschenk), zum Teil als Softloan (Kredit mit niedrigem Zinssatz und langer Laufzeit, z.B. 0,5 bis 1% Zins und 10 Jahre Laufzeit), zum Teil als Kombination beider, mit unterschiedlichen Kofinanzierungsanteilen der ägyptischen Regierung. Der Partner auf der ägyptischen Seite ist grundsätzlich die New and Renewable Energy Authority (NREA), die in den vergangenen 10 Jahren eine profunde Expertise aufgebaut hat. Am Standort Zafarana hat sie in der Wüste ein komplettes Zentrum mit Büros, Warte, Wohnungen und Ersatzteillager errichtet. Die Verfügbarkeit der Anlagen war bis jetzt hoch. Allerdings waren die Windparks zum größten Teil noch in der Garantiephase. Die Anlagen stehen zwar nahe der Küste, sind allerdings von Wüste umgeben, und in vielen Anlagen findet man vom Turm bis zur Gondel überall feinen Sand – bisher offenbar ohne nennenswerte Konsequenzen für die Verfügbarkeit. Nun folgen die nächsten Schritte: Die spanische Entwicklungsbank finanziert die Errichtung eines weiteren Windparks (80 MW) ein paar Kilometer nördlich der bereits bestehenden. Die Fundamentierungsarbeiten für die Gamesa-Anlagen (G 52/850) sollen in den nächsten Wochen beginnen. Außerdem hat die japanische Japan Bank for International Cooperation (JBIC) die Finanzierung für einen Windpark mit 120 MW aufgelegt, der zwischen dem KfW- und dem spanischen Windpark errichtet werden soll. Zurzeit läuft die Prequalifikationsphase durch die Japaner und die NREA mit Unterstützung der deutschen Beraterfirma Decon. Der Anlagentyp wurde noch nicht festgelegt, doch die Beschränkung auf maximal 1.000 kW Anlagenleistung schränkt den Kreis der Anbieter deutlich ein. Von Seiten der NREA wird befürchtet, dass bis zum Bau des Windparks noch erhebliche Zeit verstreichen wird, da die behördlichen Mühlen auch in Japan langsam zu mahlen scheinen. In diesem Frühjahr startet die KfW mit Lahmeyer International als Consultant zu ihrer vierten Tranche durch (KfW IV). Die Abgabe der Prequalifikationsunterlagen endete am 11. April, die Ausschreibung wird vermutlich im Juni folgen. Die Größe der Windkraftanlagen ist offen, wobei durch die Forderung nach Referenzen vermutlich Anlagen oberhalb von 2,5 MW ausscheiden werden. Mit dem Bau kann im kommenden Jahr gerechnet werden. Die Ausschreibung wird den Bau des 80-MW-Windparks zusammen mit dem Betrieb durch einen privaten Betreiber über 5 Jahre umfassen. Ursprünglich war ein komplettes BOO-Modell vorgesehen, als den Bau, Besitz und Betrieb (Build, Own, Operate) durch einen privaten Investor. Dies war nach einem ägyptischen Gesetz möglich, wurde dann aber vor rund 4 Jahren - nach den negativen Erfahrungen mit privat betriebenen konventionellen Kraftwerken - wieder abgeschafft. Während bisher sämtliche Windparks innerhalb eines 5 km breiten Küstenstreifens liegen oder geplant sind, wird der Windpark KfW IV in der zweiten Reihe errichtet, dass heißt weiter westlich. Das Gleiche gilt für die neue Tranche der Danida, die sich allerdings noch in der Phase der Feasibility Study befindet. Im vorderen Küstenbereich variiert die Windgeschwindigkeit geringfügig um 9 m/s im langjährigen Mittel, nach Westen hin verringert sie sich auf rund 8 m/s. Das dänische Institut Risø misst gemeinsam mit ägyptischen Experten seit zehn Jahren am Standort Zafarana.
Sämtliche Windparks wurden (bzw. werden) an ein Umspannwerk angeschlossen, das nur für diesen Zweck errichtet wurde und über eine 220-kV-Stichleitung mit dem nationalen ägyptischen Netz verbunden ist. Im Herbst dieses Jahres werden für den weiteren Ausbau zwei weitere Trafos mit jeweils 75 MVA installiert. Nach der Errichtung aller jetzt geplanten Windparks ist kein weiterer Platz für zusätzliche Anlagen verfügbar, sodass schon jetzt weiter südlich geplant wird. Zwischen Zafarana und dem Ferienort Hurghada sind im Gebiet um Ras Gharib durchschnittliche Windgeschwindigkeiten um 10 m/s ermittelt worden, die wieder Raum für mehrere Hundert Megawatt zur Verfügung stellen. Allerdings ist für den dortigen Ausbau eine 220-kV-Stichleitung von Hurghada aus notwendig, die erst noch geplant und gebaut werden muss. Dieser Text wurde von Rüdiger Kipke exklusiv für Sonne
Wind & Wärme geschrieben und erschien in der Ausgabe 06/2005. Der Autor ist Leiter des Department Renewable Energies der Lahmeyer International GmbH in Bad Vilbel. Kontakt: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können |
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An der ägyptischen Küste des Roten Meeres herrschen
hervorragende Windbedingungen, die im Windpark Zafarana seit Ende der neunziger
Jahre im großen Maßstab genutzt werden.

