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Was ist ein gutes Modul? |
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| Geschrieben von Eva Augsten | |
| Sonntag, 23 April 2006 | |
Ein »gutes Modul« muss einen hohen Ertrag
bringen. Zur Zeit gibt es keine aktuellen Vergleichsmessungen hierüber, aber
Tests laufen in verschiedenen Instituten. Zu Garantien und Wirkungsgraden haben
wir die Hersteller befragt.»Können Sie mir einen guten Modulhersteller empfehlen?« fragte vor kurzem wieder ein Leser. Die Frage, was ein guter Modulhersteller ist, ist schwer zu beantworten. Wir haben diesem Artikel das Motto »Qualität made in Germany« gegeben. Im Sinne einer ökologischen Stromgewinnung ist es sicher sinnvoll, Module nicht erst um die halbe Welt zu schicken, bevor sie in Deutschland installiert werden. Zudem ist die Wertschöpfung in Deutschland ein wichtiges Argument, mit dem die erneuerbaren Energien gegenüber den fossilen punkten können. Wie es nun um die Qualität – insbesondere die Erträge – der Module im Vergleich bestellt ist, kann man nicht so schnell entscheiden. Viele spezialisierte Institute wie der Tüv Rheinland oder das Energy Research Centre of the Netherlands (ECN) bieten Modultests an. Diese finden allerdings im Herstellerauftrag statt, was bedeutet, dass kein Institut eine Übersicht der Ergebnisse herausgeben darf. Die Stiftung Warentest hat zwar kürzlich Kollektoren getestet, aber der letzte Modultest liegt sechs Jahre zurück.
Neue Messdaten in Sicht Module unter Freilandbedingungen über einen längeren Zeitraum nebeneinander stellen um am Ende sagen zu können »Solar-X bringt mehr als Solar-Y« scheint zur Zeit nicht gängig zu sein. Allerdings: es laufen gerade einige Tests wieder an, sodass es in naher Zukunft wieder Ergebnisse geben wird. Das Schweizer Institut Leee-Tiso (Laboratorio Energia Ecologia Economia) führte bereits neun Testreihen zu je 15 Monaten durch. Die neuesten Daten, die von dieser Seite veröffentlicht wurden, sind die Ertragsmessungen aus dem achten Messzyklus, der von 2001 bis 2002 dauerte. Nach dem neunten Zyklus legte das Institut eine Pause ein, denn die Messelektronik musste erneuert werden. Anfang dieses Jahres ging es in die zehnte Runde. Das Institut kauft die Module - Kristallin und Dünnschicht - anonym im Handel ein und vermisst direkt nach dem Auspacken die Peakleistung. Dann wird das Modul mit einer Energie von 20 kWh bestrahlt, denn kristalline Module degenerieren in den ersten Stunden. Erst nach dieser Anfangsbehandlung messen die Prüfer die Peakleistung P0. Der übrige Test findet im Freiland statt. Bei den Dünnschichtmodulen wird alle drei Monate die Kennlinie vermessen. Die eigentliche Testphase beträgt zwölf Monate. Der Fünfzehnmonatszeitraum wurde gewählt, da Dünnschichtmodule in den ersten drei Monaten eine deutliche Degradation zeigen. So kann man nun beide Modultypen ab dem vierten Monat vergleichen. Auf dem Krankenhaus der Stadt Esch/Alzette in Luxemburg soll ab Sommer ein Vergleichstest beginnen. PV-Lab heißt die Outdoor-Testeinrichtung, mit der das Centre de Recherche Public Henri Tudor (CPR) zum Einen den Verbrauchern landesweit eine Anlaufstelle für Qualitätsfragen bieten will. Zum Anderen will das Zentrum eine Referenzstelle für Ertragsmessung und Erforschung von Optimierungspotenzial an Modulen etablieren. Eine 50-kWp-Anlage ist, verteilt auf drei Dachflächen, bereits seit Sommer 2005 in Betrieb und soll Aufschlüsse über das Langzeitverhalten (20 Jahre) geben. Außer diesem Langzeittest ist auch ein Referenztestfeld geplant. Im Sommer dieses Jahres sollen die Messungen beginnen. Das Feld besteht aus 40 Modul-Messständen, mit denen bis zu 13 Modultypen getestet werden können. Je drei identische Module werden zu einem String mit eigenem Wechselrichter verschaltet. Während des normalen Einspeisebetriebs misst das Institut an jedem einzelnen Modul Spannung, Strom und Temperatur. Die Strom-Spannungskennlinie wird ebenfalls gemessen. Beim Münchner Projektentwickler Wip soll ein Projekt noch in diesem Jahr für Daten sorgen. Es heißt PV Enlargement und bezieht 27 Demonstrationsanlagen an 18 Universitäten in zehn europäischen Ländern ein. Ziel ist es, Technologien zu vergleichen, die besonders innovativ oder besonders preiswert sind. Im Test sind unter anderem Module aus amorphem Silizium, Cadmium-Tellurid und Cis-Module. Das Verhalten der Anlagen wird nach einem einheitlichen Standard dokumentiert. Die wichtigsten Daten werden auf der Internetplattform des Projekts veröffentlicht. Auch das Schweizer Institut Leee-Tiso ist an diesem Projekt beteiligt. Ergebnisse der Herstellerbefragung Keinen Ersatz für eine Ertragsmessung,
aber einen Überblick über weitere Qualitätskriterien wie Wirkungsgrad,
Leistungstoleranz und -garantie sowie Lieferzeiten von Modulen »Made in
Germany« stellt die Sonne Wind &
Wärme-Umfrage dar. Wir haben alle zwölf uns bekannten Hersteller von
Modulen aus kristallinen Zellen sowie die drei Hersteller von
Dünnschichtmodulen in Deutschland befragt. Außer von GSS und Antec erhielten
wir von allen eine Antwort, die Daten über Antec stammen aus im Internet
verfügbaren Datenblättern. Damit die Module überhaupt einigermaßen vergleichbar
sind, haben wir sie nach ihrer Leistung in Klassen eingeteilt. Die erste reicht
von 120 bis 140 Wp, die zweite von 160 bis 180 Wp und die dritte
beinhaltet alle Module mit einer Leistung von mehr als 200 Wp.
Weil der schönste Wirkungsgrad nichts nutzt, wenn er nicht von Dauer ist, haben wir auch nach den Leistungsgarantien gefragt. Als Mindeststandard scheint sich zehn Jahre auf 90 % beziehungsweise 20 Jahre auf 80 % etabliert zu haben, 25 Jahre auf 80 % sind ebenfalls häufig. ASS ist der einzige Anbieter, der nur die 80 % nach 20 Jahren als Garantiewert angibt. Eine Nasenlänge weiter wagen sich Solarworld, Solara und Schüco vor: Solarworld garantiert 91 % für zehn, und 81 % für 20 Jahre. Solara verlängert die Garantie auf 26 Jahre für 80%. Schüco garantiert die 90 % für zwölf Jahre. Allerdings gaben nur wenige an, ob sich diese Werte auf die Nennleistung beziehen. Wer es genau nimmt, sollte darauf achten, ob vielleicht die Mindestleistung die Grundlage der Garantie ist – dann kann man nämlich vom Ausgangswert gleich ein paar Prozent abziehen. Bei den Dünnschichtherstellern ist – sofern man aus drei Fällen einen Trend ableiten kann – mehr Zurückhaltung angesagt. Nur Sulfurcell gibt sowohl zehn Jahre Garantie auf 90 % als auch 20 Jahre auf 80 %. Antec und Würth beschränken sich auf die 20-Jahresgarantie für 80 % der Modulleistung. Aus den bei allen Herstellern langen Garantiezeiten kann man schließen, dass die Lebensdauer nicht mehr die kritische Größe ist. Heutzutage stellt sich vielmehr die Frage, ob und wann man die Module erhält. Die Frage hierzu lautete: »Mit welcher Lieferzeit muss ein Gelegenheitskunde für eine 30 kWp-Anlage rechnen?« Schüco meldet dabei die kürzeste Lieferzeit: »Sofort«, heißt es mutig, es folgt Solara mit zehn Tagen Die Solarfabrik liegt mit sechs Wochen auch noch gut im Rennen. Etwa drei Monate soll es bei Sunset dauern, vier bis fünf Monate bei Heckert. ASS hält sich einen Zeitraum von einem bis zwölf Monaten offen, Solarworld macht gar keine Angaben und Schott gibt nur auf Einzelanfragen Lieferzeiten an. Bei SMD haben die Händler feste Kontingente, die sie nach eigenem Ermessen weitergeben können. Hinzu kommt, dass sich die Produktion - wie wohl bei den meisten Herstellern - nach den zur Verfügung stehenden Zellen richtet, die ja bekanntlich kaum abschätzbar sind. Solon beliefert ausschließlich Vertragskunden. Die Frage nach dem Ertrag wird bald mehrere Antworten finden. Die Frage, was gut und wer der Beste ist, bleibt dem Kunden überlassen. Dieser Text wurde von Eva Augsten exklusiv für Sonne Wind & Wärme geschrieben und erschien in der Ausgabe 4/2006. * Module mit Zellen aus Deutschland ** Module mit Zellen aus Deutschland und anderen Ländern Quelle: Herstellerangaben Weitere Informationen: |
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Ein »gutes Modul« muss einen hohen Ertrag
bringen. Zur Zeit gibt es keine aktuellen Vergleichsmessungen hierüber, aber
Tests laufen in verschiedenen Instituten. Zu Garantien und Wirkungsgraden haben
wir die Hersteller befragt.



