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Interview: »Qualität der PV-Prospekte bestätigt«

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Geschrieben von Joachim Berner   
Sonntag, 20 Februar 2005

Auf der Internetseite www.greenvalue.de informiert der Inhaber Daniel Kellermann über Beteiligungen an Biomasse-, Solarstrom- und Windenergieanlagen.


Seine Erfahrung: Die Nachfrage nach Solarfonds ist inzwischen viermal so hoch wie nach Windfonds. Im Gespräch mit Sonne Wind & Wärme erläutert Kellermann, warum Solarfonds im Kommen sind.

Daniel Kellermann ist seit 1999 in der Finanzierung von Erneuerbaren-Energie-Fonds tätig. Seit 2002 ist der Inhaber des Informationsportals www.greenvalue.de auch als Fachautor und selbständiger Unternehmensberater aktiv.

SW&W: Herr Kellermann, warum sollte ich in regenerative Energieanlagen investieren?

D. Kellermann: Erneuerbare-Energien-Fonds bieten privaten Investoren eine breite und interessante Palette von Beteiligungsmöglichkeiten von eher konservativen Solarfonds bis hin zu risikoreicheren Beteiligungen an Projektentwicklungsgesellschaften, zum Beispiel für Offshore-Windparks.

SW&W: Die Solarfonds haben in diesem Jahr einen Aufschwung erlebt.

D. Kellermann: In der Tat: Inzwischen liegt die Nachfrage nach Solarfonds viermal höher als nach Windfonds. Die erhöhte Einspeisevergütung für Solarstrom und der Wegfall der Begrenzung für Freiflächenanlagen haben zu diesem starken Nachfrageboom bei Solarfonds geführt.

SW&W: Warum?

D. Kellermann: In den letzten Monaten wurde unsachlich über erneuerbare Energien, vor allem die Windkraft berichtet. Windfonds wurden ungerechtfertigterweise in Verbindung mit Subventionen gebracht, sodass Investoren verunsichert wurden. In den drei vergangenen Jahren war das Windaufkommen zudem unterdurchschnittlich. Laufende Fonds konnten deshalb ihre Ausschüttungsprognosen teilweise nicht halten, sodass Folgezeichnungen von zuvor zufriedenen Investoren ausgeblieben sind.

SW&W: Die Beteiligungsgesellschaften werben mit Prospekten für ihre Fonds. Auf welche Aussagen sollte ein privater Investor achten?

D. Kellermann: Bei Energieprojekten geht es in erster Linie um die Genauigkeit der prognostizierten Energieerträge, die nur von unabhängigen und renommierten Gutachtern erstellt werden dürfen. Weiter müssen alle vertraglichen Regelungen und Garantien fest geschlossen beziehungsweise werthaltig untermauert sein. Um verschiedene Beteiligungsangebote anhand von Kennziffern miteinander vergleichen zu können, hat der Bundesverband Windenergie (BWE) eine empfehlenswerte Broschüre herausgegeben: »Mit einer grünen Anlage schwarze Zahlen schreiben«. Leider sind in dieser Broschüre bestimmte Zahlen nur als starre Größen angegeben. Greenvalue hat zudem den »Ratgeber Erneuerbare Energie Beteiligungen« herausgegeben, der die in die Berechnung bestimmter Kennziffern einfließenden Faktoren sowie deren Hintergründe darstellt.

SW&W: Welche Zahlen meinen Sie?

D. Kellermann: Zum Beispiel die spezifischen Investitionskosten pro kWh. Die spezifischen Investitionskosten sollten laut BWE bestenfalls unter 0,64 €/kWh liegen. Günstige Investitionskosten könnten auf den ersten Blick einen Vorteil eines Fonds darstellen. Werden geringe Investitionskosten pro kWh jedoch dadurch erreicht, dass ein zu geringer Sicherheitsabschlag in der Fondskalkulation einfließt, würde sich dieser vermeintliche Vorteil in windschwachen Jahren als Nachteil herausstellen.

SW&W: Gibt es ähnliche Informationen zu Solarfonds-Prospekten?

D. Kellermann: Leider gibt es von den Verbänden noch keine Informationen für Solarfonds. In den Greenvalue-Publikationen sind jedoch zahlreiche Anhaltspunkte zur Solar-Fondsauswahl eingearbeitet.

SW&W: Wie schätzen Sie die Qualität der Solarfonds-Prospekte ein?

D. Kellermann: Überregional angebotene Solarfonds werden fast ausnahmslos mit einem Prospekt beworben, dessen Aufbau sich an dem vom Institut der Wirtschaftsprüfer für öffentlich angebotene Kapitalanlagen definierten Standard orientiert. Sie werden zudem großteils von Wirtschaftsprüfern geprüft, was die Qualität des Prospektes bestätigt. Deshalb kann bei bundesweit angebotenen Solarprojekten ein vergleichbarer und umfassender Prospekt wie am Kapitalmarkt üblich vorausgesetzt werden.

SW&W: Nicht nur Solarfonds sind in diesem Jahr im Kommen, sondern auch Bioenergie-Beteiligungen. Worin unterscheiden sie sich?

D. Kellermann: Gemeinsam ist Solar- und Bioenergiefonds die Einspeisegrundlage, das Erneuerbare-Energien-Gesetz. Unterschiedlich ist die Art der Stromerzeugung, die bei Bioenergie-Fonds eine ausgefeilte Stoffstromlogistik voraussetzt. Die Rohstoffzuführung macht die technische Betriebsführung wesentlich intensiver und umfangreicher und damit störanfälliger. Es muss Personal geben, das die Anlage mit Fest- beziehungsweise Flüssigstoffen beschickt. Die Beteiligungsgesellschaft muss den Einkauf der Rohmaterialien beauftragen, was einerseits Kosten verursacht und andererseits künftig Schwankungen im Rohstoffpreis mit sich bringen wird. Anleger sollten Fonds bevorzugen, bei denen der Einkauf von Rohstoffen in Preis, Menge und Qualität über einen längeren Zeitraum, idealer Weise über die gesamte Laufzeit des Fonds sichergestellt ist.

SW&W: Welche Renditen versprechen Biomasse-Beteiligungen?

D. Kellermann: Die Renditen sind höher als bei Wind- und Solarfonds, da die Investoren ein zusätzliches unternehmerisches Risiko in Kauf nehmen. Bei den aktuellen Beteiligungen sind Ausschüttungen von etwa 300 % zu erwarten. Sie liegen damit oberhalb der durchschnittlichen Ausschüttungen von grünen Fonds.

Joachim Berner führte dieses Interview für die Zeitschrift Sonne Wind & Wärme.













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