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WintergartenWeitgehend verglaster, nach Süden blickender, an oder in das Haus gebauter Raum, der sich bei Sonnenstrahlung erwärmt und, richtig gebaut und betrieben, die Wärmeverluste des Hauses vermindern kann. Im Sommer und der Übergangszeit als Wohnraum nutzbar.

Seit Vitruvs Zeiten bauten schon die Römer Wintergärten als Treibhäuser zur Überwinterung exotischer Pflanzen. Diesem Zweck diente er auch, als er im 19. Jahrhundert nördlich der Alpen aufkam. Im 19. Jahrhundert wurde er, vor allem in Gestalt der Veranda (vom Portugiesischen varanda, verglaster Balkon), zum Wohlstandszeichen des Bürgertums. Nach dem 1. Weltkrieg verschwand er, weil man sich die Beheizung, die im Winter für die Pflanzen nötig ist, nicht mehr leisten konnte.

Nach der Ölkrise wurde der Wintergarten von der Solararchitektur wieder entdeckt, aber nicht als Treibhaus, sondern als Baustein passiver Solarnutzung zum Energiesparen. Die ersten Bauherren, die vom Wintergarten eine Zusatzheizung erwartet hatten, erlebten jedoch Enttäuschungen. Seither haben Forschungsarbeiten, insbesondere im Rahmen von IEA-Vorhaben, umfassenden Erkenntnisse erbracht, wie ein Wintergarten in Mittel- und Nordeuropa gebaut sein muss und was man von ihm erwarten kann:

•    Um im Winter möglichst viel Sonnenenergie einzufangen, sollten die Glasscheiben senkrecht stehen; am besten ist Doppelverglasung mit wärmedämmender Nachtabdeckung, die allzu große Wärmeverluste infolge Abstrahlung behindert (aus diesem Grunde sollten waagrechte und nicht nach Süden blickende Scheiben vermieden werden). Die Rahmen dürfen keine Kältebrücken bilden. Wintergärten, die innerhalb des Haus-Grundrisses liegen und deren Scheiben mit der Außenwand fluchten, sind energetisch am günstigsten.
•    Die Temperatur im Wintergarten liegt bei Sonnenschein in der Regel 10 bis 15°C über jener der Umgebung. Im Sommer besteht daher die Gefahr von Überhitzung, der durch Lüftungsklappen vorgebeugt werden muss. An kalten Wintertagen ist der Wintergarten kälter als das Haus. Zu den Übergangszeiten hingegen kann man den Wintergarten zum Haus hin öffnen und seine Warmluft zur Heizung verwenden (dazu ist ein Gebläse vorteilhaft). Über das ganze Jahr gesehen, vermag ein gut gebauter und richtig betriebener Wintergarten ähnlich einer Wärmedämmung als Puffer zu wirken und den Energieverbrauch der dahinterliegenden Räume zu verkleinern.

 


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