Solarlexikon | |
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| Warmwasserbereitung | Erwärmung von Wasser mit erneuerbarer Energie – mit Sonnenkollektoren in sonnenreichen Ländern längst verbreitet, aber auch in Mitteleuropa möglich und wirtschaftlich, ebenso mit Wärmepumpen. Um das Jahr 1890 hatte man in Südkalifornien die Idee, 100 l fassende flache Blechtanks auf das Haudach zu stellen und darin Badewasser mit Sonnenenergie zu erwärmen. 1909 brachte dort William J. Bailey eine Anlage auf den Markt, die aus einem Flachkollektor (auf eine geschwärzte Kupferplatte gelötete Kupfer-Rohrschlange, Holzrahmen mit Glasabdeckung) und einem Tank als Warmwasserspeicher bestand. Das Geschäft blühte, denn man konnte damit neun Monate im Jahr Badewasser von 60°C bereiten. Im strengen Winter 1912/13 gefror jedoch die Wasserfüllung und sprengte viele Kollektoren – Bailey machte das Wasser durch Zusatz von Alkohol frostsicher. Die Verkaufszahlen stiegen bis auf 1.000 Stück allein im Jahre 1920, doch dann wurde in Kalifornien Erdgas gefunden, dass billiger und ganzjährig verfügbar war. In Florida hingegen wurden bis in die 50er-Jahre Zehntausende solare Warmwasserbereiter verkauft, ehe eine Verfeuerung von Kupfer und Arbeitskräften sie aus dem Felde schlug. In den 50er-Jahren fand diese Technik in Australien, Israel, Japan und Südafrika einige Verbreitung. Israel hatte 1967 etwa 50.000 Anlagen installiert und weitere 60 Länder – vor allem tropische – ausgeführt. Das billige Öl drückte die Produktion, doch 1973 erwachte mit der Ölkrise weltweit neues Interesse. Auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz wurden nun, mit staatlicher Förderung, an mitteleuropäische Verhältnisse angepasste Anlagen als Teile aktiver Solarnutzung entwickelt: Wie in sonnenreichen Ländern umfasst die typische Anlage einen Flachkollektor und einen wärmegedämmten Warmwasserspeicher. Doch während man in sonnenreichen Ländern (auch in den USA) in Zeiten nicht ausreichenden Sonnenscheins Brauchwasser in einem getrennten Elektro- oder Ölkessel erwärmt, soll in Mitteleuropa die Zusatzheizung im Solar-Warmwasserspeicher eingebaut sein. Wo man sich dort mit der gerade erzielbaren Wassertemperatur zufriedengibt, glaubt hierzulande die Industrie, der Kunde verlange eine aufwendige Temperaturregelung. Und schließlich findet man dort meist mit dem Naturumlauf (kaltes, schwereres Wasser aus dem Speicher sinkt in den Kollektor, das erwärmte leichtere Wasser steigt in den Speicher auf) – „Thermosiphon“ (vom Griechischen therme, Wärme, und siphon, Spritze) das Auslangen, zumal man bei der vorherrschenden Bauweise den Speicher auf das Dach stellen kann; hierzulande soll er jedoch tieferliegend im Haus stehen, wodurch eine Umwälzpumpe nötig wird. |
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