Solarlexikon | |
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| Oelkrise | Durch Lieferbeschränkungen, vor allem durch den nachfolgenden Preisanstieg für Erdöl im Jahre 1973 und nochmals 1979 verursachte weltweite wirtschaftliche Schwierigkeiten. Gab aber auch den Anstoß, die Nutzung erneuerbarere Energie voranzutreiben. Dass Erdöl sehr billig und in beliebigen Mengen angeboten wurde, war – in der Rückschau - nach dem 2. Weltkrieg eine der Grundlagen für den weltweiten wirtschaftlichen Aufschwung. Um das Jahr 1970 deckten viele Industriestaaten über die Hälfte ihres Energiebedarfs mit Erdöl. Deutschland zu 53%, Österreich und die Schweiz zu rund 80%. Doch • Im Oktober 1973 verminderten die arabischen Ölförderländer im Anschluss an den israelisch-arabischen Krieg die Förderung und verhängten Liefersperren gegen einige Industriestaaten. In Westeuropa wurde Politikern und Bevölkerung mit einem Schlage die Abhängigkeit von den Ölförderländern bewusst; „autofreie“ Sonntage waren unmittelbarer Ausdruck dieses „Ölschocks“. • Innerhalb weniger Monate stiegt der Ölpreis von 2,50 auf 10 US-$, und die Preise anderer Energieträger, z.B. des Erdgases, wurden „nachgezogen“. Der Preisanstieg belastete die Wirtschaft der Öleinführenden Industriestaaten, insbesondere aber vieler Entwicklungsländer, und löste eine weltweite Wirtschaftsschwäche aus. Diese Wirkungen und die Sorgen um die Versorgungssicherheit werden als Ölkrise bezeichnet (vom Griechischen krisis, Ausbruch einer Krankheit, seit dem 18. Jahrhundert im Sinne von „schwierige Lage“ gebraucht). Um die Energieversorgung auf lange Sicht von Einfuhren weniger abhängig zu machen, änderten fast alle betroffenen Länder ihre Energiepolitik dahingehend, dass nunmehr die Substitution des Erdöls – nach Möglichkeit durch heimische Energie – ein Hauptziel war. Im Vordergrund standen dazu Energiesparen, Erdgas, Kohle, Kernenergie, und erneuerbarere Energie, in den Entwicklungsländern vor allem letztere. Ebenfalls angestrebt wurde eine Entkopplung von Energiebedarf und Wirtschaftswachstum. Die westlichen Industriestaaten gründeten zur Abstimmung der nationalen Forschungsbemühungen aufeinander die IEA und auch die EG verstärkte ihre Förderung der Energieforschung. Die Wirtschaft insbesondere der Industriestaaten hatte sich bald auf die neuen Preise eingestellt, der Ölverbrauch ging zwar zurück, aber der Gesamtenergiebedarf nahm wieder zu. Da löste die Revolution im Iran Anfang 1979 die zweite Ölkrise aus, einen neuerlichen Ölpreis-Sprung auf das Dreifache, dem die Preise anderer Energieträger wieder „angeglichen“ wurden. Das alles hatte neuerlich eine weltweite Wirtschaftsschwäche Anfang der 80er-Jahre zur Folge. Nun wurden die staatliche Förderung der Substitution des Erdöls und der Nutung erneuerbarer Energie nochmals verstärkt. Auch das Interesse und der Wille von Industrie wie Privaten am Energiesparen und insbesondere an Solararchitektur und an der Anschaffung solartechnischer Anlagen erhielten nochmals Auftrieb. Als in den nächsten Jahren der Ölpreis jedoch nicht weiter anstiegt und ab 1983 sogar leicht zurückging, flaute das Interesse an erneuerbarer Energie bei Staat, Industrie und Privaten ab, zumal die Erwartungen hinsichtlicher rascher technischer Ausreifung, Marktdurchdringung und Wirtschaftlichkeit der Anlagen nicht hatten erfüllt werden können. Fallende Ölpreise, auch nicht ein Preiseinbruch bis Ende 1985, sollten jedoch nicht den Blick dafür verdecken, dass die Energievorräte begrenzt sind und die Anstrengungen bei Forschung und Förderung nicht nachlassen dürfen, wenn erneuerbare Energie jene Rolle spielen soll, die ihr in den Zukunftsaussichten vorgezeichnet ist. |
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