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| Kleinwasserkraftwerk | Wasserkraftwerk kleiner Leistung (Obergrenze 10 MW). Dank modernen Serien-Turbinen vielfach wirtschaftlich und umweltverträglich. In Mitteleuropa örtlich, in Entwicklungsländern regional von Bedeutung. Um die Jahrhundertwende entstand in Mitteleuropa eine große Zahl von Wasserkraftwerken kleiner und kleinster Leistung (in der Regel Laufkraftwerke, auch Speicherkraftwerke) meist zu Eigenversorgung von Gewerbebetrieben und Fabriken mit Elektrizität. Nach dem 2. Weltkrieg wurden viele dieser Kleinwasserkraftwerke vernachlässigt und aufgelassen, weil die im Verhältnis zur Stromerzeugung hohen Personalkosten sie unwirtschaftlich machten. Seit der Ölkrise wird ihnen neues Interesse entgegengebracht, zumal sie Muster dezentraler Energieversorgung sind und die übrigen Vorteile der Wasserkraftnutzung aufweisen. Nachteilig kann die Ungleichmäßigkeit der Wasserführung gerader kleiner Bäche sein, ebenso deren Zufrieren im Winter. Dank zwei jungen technischen Entwicklungen sind Kleinwasserkraftwerke in vielen Fällen wieder wirtschaftlich: zum einen in Serie gebaute Wasserturbinen mit hohem Wirkungsgrad, zum anderen Leittechnik, die einen unbemannten Betrieb zulässt. In Mitteleuropa kommen diese Vorzüge in erster Linie bei der Erneuerung bestehender Klein-Wasserkraftwerke zum tragen, weil neue Anlagen aus Gründen der Umweltverträglichkeit kaum noch errichtet werden dürfen. Raumsparende Turbinenkonstruktionen, vor allem Kaplan-Turbinen der Bauart „Rohrturbinen“, ermöglichen eine bessere Einpassung des Maschinenhauses, das in der Regel zugleich Staudamm ist, in die Landschaft. Kleinwasserkraftwerke können örtlich – vor allem zur Eigenversorgung abgelegener Betriebe – von Bedeutung sein. Ihr Beitrag zur Landes-Stromerzeugung ist gering, aber eine wertvolle Ergänzung. Von größerer Bedeutung dürften Kleinwasserkraftwerke in Entwicklungsländern für solche Regionen werden, die nicht über Stromnetze verfügen. Vorraussetzung zur Besserung der Lebensbedingungen ist hier die Schaffung von Gewerbe und Handelsbetrieben sowie Kleinindustrien. Die dazu nötige elektrische Energie lässt sich vielerorts mit Kleinwasserkraftwerken erzeugen. Im Interesse der Bevölkerung sollten diese, nach Möglichkeit, eine angepasste Technik sein, d.h. aus heimischen Werkstoffen und von heimischen Handwerkern erstellt. Einfache und zuverlässige Wasserturbinen liefern vorerst nur Industriestaaten. • Deutschland: Ungefähr 7.000 Kleinwasserkraftwerke stehen in Betrieb, die meisten zur Eigenversorgung. Sie leisten zusammen etwa 400 MW (alle Wasserkraftwerke 6.700 MW) und haben an der Stromerzeugung aus Wasserkraft etwa 10% Anteil. • Österreich: Etwa 1.350 Kleinwasserkraftwerke, Gesamtleistung 670 MW (6% Leistung aller Wasserkraftwerke), tragen 9% zur Stromerzeugung mit Wasserkraftwerken bei. |
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