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| Gezeitenenergie | Energie in Gezeitenströmen des Meeres, welche durch die gemeinsame Drehung von Erde und Mond bewirkt werden und in geeigneten Buchten Wasser bis zu 20m hoch stauen. Dieser Gezeitenschub ist technisch nutzbar. Gezeiten sind periodische Höheschwankungen in Lufthülle, Erdkruste und Meer. Ohne Messgeräte erkennt man nur die Gezeiten der Meere (niederdeutsch Tide): im Abstand (der „Periode“) von 12 Stunden und 25 Minuten einen Höchststand des Wassers (Flut), dazwischen einen Tiefstand (Ebbe). Da die Umlaufzeit des Mondes um die Erde gerade das Doppelte, nämlich 24 Stunden und 50 Minuten, beträgt, vermutete man schon im Altertum, dass die Gezeiten vom Mond bewirkt würden. Aber erst die Astronomie der Neuzeit hat erkannt: • Der Mond zieht zwar die Erdoberfläche auf der ihm zugewandten Seite an. Wäre jedoch allein diese Massenanziehungskraft wirksam, gäbe es je Mondumlauf nur eine Flut. • Erde und Mond würden aufeinander fallen, hielte nicht jene Fliehkraft der gegenseitigen Anziehung das Gleichgewicht, die zufolge der Drehung (Rotation) von Erde und Mond um den gemeinsamen Schwerpunkt besteht. Dieser Schwerpunkt liegt innerhalb der Erdkugel, so dass die Drehung sowohl auf der dem Mond zugewandten wie auf der ihm abgewandten Seite eine Flut bzw. zweimal Flut innerhalb einer Mindestumlaufzeit hervorruft – dies ist die Hauptursache der Gezeiten. • Je nach Stellung der Sonne verstärkt deren Massenanziehungskraft (etwa halb so groß wie jene des Mondes) die Gezeiten oder schwächt sie ab, im Meer tritt dann Spring- bzw. Nippflut auf. Die Erdkruste wird von den Gezeitenkräften bis zu 40cm gehoben. In der Atmosphäre äußern sich Gezeiten als Luftdruckschwankungen, die jedoch keinen erkennbaren Einfluss auf das Klima haben. Im Meer bewirken die Gezeiten Gezeitenwellen und –ströme. Die darin enthaltene Gezeitenenergie ist als Rotationsenergie von Himmelskörpern eine unerschöpfliche und erneuerbare Energie. Auf dem offenen Meer beträgt der Unterschied zwischen Ebbe und Flut etwa 1 m. Über Meeresboden, der gegen die Küsten hin ansteigt, wächst jedoch dieser Gezeiten- oder Tidenhub. Insbesondere dort, wo eine Gezeitenströmung in trichterförmigen Buchten hineinläuft, kann sie Geschwindigkeiten bis zu 8 m pro Sekunde erreichen und riesige Wassermassen aufstauen: Die höchsten Gezeitenhübe werden mit 21 m in der Fundy-Bucht an der Ostküste Kanadas gemessen; an einigen Küstenabschnitten des Atlantischen, des Stillen und des Indischen Ozeans beträgt der Hub durchschnittlich 6 bis 8 m, in der Nordsee weniger als 3 m, in der Ostsee und im Mittelmeer nur einige cm. In den Gezeitenströmen ist Energie der Bewegung, in den aufgestauten Wassermassen Energie der Lage enthalten. Grundsätzlich ist es möglich, diese Form der Meeresenergie mit Gezeitenkraftwerken in Elektrizität umzuwandeln. |
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