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Erneuerbare EnergieEnergiequellen und –träger, die sich selbst erneuern und praktisch unerschöpflich sind: Biomasse, Erdwärme, Meeresenergie, Sonnenstrahlung, Wasserkraft und Windenergie.

Je nachdem, ob sie in geschichtlichen Zeiträumen erschöpft sein werden oder nicht, lassen sich Energiequellen und –träger zwei Gruppen zuteilen:

•    Erschöpfliche oder nicht-erneuerbare – nämlich Erdgas, Erdöl, Kohle und Torf (die fossilen Brennstoffe) sowie Thorium und Uran (Kernbrennstoffe) – haben sich im Laufe der Erdgeschichte gebildet oder angelagert und werden durch ihre Nutzung ein für allemal vernichtet; ihre Energievorräte sind begrenzt und werden bei Andauern des gegenwärtigen Energiebedarfs innerhalb absehbarer Zeit aufgebraucht sein.
•    Erneuerbare ergänzen sich laufend aufgrund ihrer Natur. Daher sollte man genau genommen von „sicher erneuernder“ Energie sprechen (was jedoch zum umständlich ist), denn „erneuerbar“ bedeutet, dass der Mensch sie erneuern könne. Die oft gebrauchte Bezeichnung „regenerative“ (vom Lateinischen re-ge-nerare, von neuem hervorbringen) ist ebenfalls nicht genau, drückt sie doch aus, dass etwas erneuet worden ist; richtig wäre „regenerab(i)le“, weil die Endung „-billis“ im Lateinischen die Fähigkeit zu etwas ausdrückt (hier: sich selbst zu erneuern). Erneuerbar sind Biomasse-Energie (auch Müll wird oft dazu gezählt), Wasserkraft, Wellenenergie und Windenergie. Mit Ausnahme von Erdwärme und Gezeitenenergie gehören alle zur Familie der Sonnenenergie, erneuern sich daher im Jahresrythmus (vom Griechischen rhythmos, Gleichmaß) und werden erst zu Ende gehen, wenn sich (voraussichtlich in einigen Mrd. Jahren) die Sonne erschöpft hat. Infolge Abgabe von Erdwärme kühlt sich das Erdinnere über Jahrmillionen ab, und ähnlich langsam vermindert sich die Gezeitenenergie. Dieses allmähliche, in menschlichen Zeiträumen unmerkliche Abnehmen bedeutet „praktisch unerschöpflich“.

In der Chronik ist erneuerbare Energie – in Form von Holz, Segelschiffen und Wasserrädern -  nicht nur schon in Urzeiten technisch genutzt worden, sondern deckte bis ins 19. Jahrhundert hinein allein die Energieversorgung (abgesehen örtlicher Kohlenutzung); auch menschliche und tierische Arbeitskraft beruhen auf Biomasse als Nahrung. In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts kamen Kernbrennstoffe dazu. Von erneuerbarer Energie spielen heute nur Holz, passive Solarnutzung und Wasserkraft eine Rolle, in einigen Weltteilen auch Erdwärme – zusammengenommen einige % der Energieversorgung.

Als Folge von Ölkrise, Begrenztheit der Vorkommen an fossilen Brennstoffen, nicht allgemeinen gegebener Sozialverträglichkeit der Kernenergie sowie gestiegenen Umweltbewusstsein ist die Nutzung erneuerbarer Energie wieder in den Blickpunkt gerückt: sie hat großes Potential, bietet als heimische Energie hohe Versorgungssicherheit, ihre Sozialverträglichkeit ist groß und die Umweltverträglichkeit im allgemeinen gut. Die meist geringe Leistungsdichte (vor allem der Erdwärme und der Sonnenstrahlung) sowie die Ungleichmäßigkeit (zu deren Ausgleich große Energiespeicher nötig sind) bilden jedoch hohe Hindernisse auf dem Weg zu Wirtschaftlichkeit. Um diese auf breiter Front zu erreichen, müssen Forschung und Marktdurchdringung wohl staatlich gefördert werden.

 


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