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Einstrahlung

Die von der Sonne auf einen m² an einen bestimmten Ort eingestrahlte Energie – wichtigste Größe zur Planung von Solaranlagen. In Mitteleuropa durchschnittlich 1.100 kWh pro Jahr.

Um Solaranlagen, z.B. Kollektoren zur Warmwasserbereitung, optimal auslegen zu können, benötigt man drei Angaben (über viele Jahre gemittelte Werte am Standort der Anlage):

• Die Bestrahlungsstärke oder Intensität (vom Lateinischen intentus, heftig) ist die Leistungsdichte der globalen (aus Himmels- und Direktstrahlung zusammengesetzten) Sonnenstrahlung, d.h. die Energie, die sie in einer Sekunde auf eine zur Strahlung senkrechte Fläche von 1 m² überträgt. Ihre höchsten auf der Erde – in südlichen Ländern und an klaren Hochsommertagen mittags – gemessenen Werte liegen um 1.000 W je m². In Mitteleuropa betragen die Höchstwerte etwa 900, die Tiefstwerte - im Januar bei bedecktem Himmel – etwa 20 W je m².
• Die Sonnenscheindauer ist ein Maß, wie viele Stunden eine Solaranlage direkt – d.h. ohne Inanspruchnahme eines Energiespeichers - genutzt werden kann. Von den 8.760 Stunden des Jahres haben auch die sonnigsten Gegenden der Erde allenfalls 3.500 Stunden Sonnenschein. In Mitteleuropa beträgt die durchschnittliche Sonnenscheindauer etwa 2.000 Stunden.
• Wichtigste Kenngröße ist die Be- oder Einstrahlung (auch Isolation), das Produkt aus Mittelwert der Bestrahlungsstärke und Sonnenscheindauer, mithin die nutzbare Sonnenenergie je Tag, Monat oder Jahr. In den sonnigsten Gebieten der Erde erreicht sie etwa 2.500 kWh pro m² und Jahr.

Die weit auseinander liegenden jährlichen Höchst- und Tiefstwerte z.B. der Bestrahlungsstärke sind Ausdruck der Tatsache, dass in Mitteleuropa die Sonnenenergie sehr ungleichmäßig ist. Drei Viertel der Einstrahlung fallen im Sommerhalbjahr von April bis September an, nur ein Siebtel – aber zwei Drittel des Heizbedarfs – in den Monaten November bis Februar. Solange keine wirtschaftlichen Energiespeicher zur Verfügung stehen, können Solaranlagen den Bedarf nicht allein decken, sondern nur als Brennstoff-Sparer dienen. In sonnenreichen Ländern sind die Zukunftsaussichten für wirtschaftliche Solaranlagen günstiger.

Deutschland
Die jährliche Sonnenscheindauer liegt in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz mit 1.300 bis 1.500 Stunden am niedrigsten, in den südlichen Bundesländern mit 1.700 bis 1.900 Stunden am höchsten. Ähnliche Unterschiede zeigt auch die Einstrahlung, die im Durchschnitt 1.000 kWh je m² und Jahr beträgt.

Österreich
Entsprechend seiner südlicheren Lage und durchschnittlich etwas höheren Sonnenscheindauer erreicht die Einstrahlung im Mittel 1.200, in Westösterreich und Kärnten 1.300 und im Hochgebirge sogar über 1.400 kWh je m² und Jahr.

Schweiz
Bei Durchschnittswerten wie jenen Österreichs ist die Einstrahlung im Mittelland infolge der häufigen winterlichen Hochnebeldecke spürbar niedriger. Als erstes Land hat die Schweiz 1985 ein Verzeichnis mit der monatlichen und jährlichen Einstrahlung auf jeder der über 3.000 Gemeinden erstellt.

 


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