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Biomasse

Im energietechnischen Sinne alle pflanzlichen und tierischen Stoffe, aus denen Energie gewonnen werden kann. Bei weltweit hohem Potential ist eine wirtschaftliche Nutzung allenfalls örtlich möglich und bedarf einer Prüfung der Umweltverträglichkeit.

Biomasse (vom Griechischen bios, Leben) stand früher nur für das Lebendgewicht aller Pflanzen und Tiere auf 1 m² Boden. Nach der Ölkrise wurde der Begriff auf alle organischen, d.h. pflanzlichen und tierischen Stoffe sowie deren Umwandlungsprodukte und Abfälle ausgedehnt, aus denen sich Energie gewinnen lässt: Holz, Stroh, Dung und Jauche, zucker- und stärkehaltige Pflanzen, nährstoffhaltige Abwässer der Nahrungsmittelherstellung, Klärschlamm und Hausmüll. Da alle tierischen Lebewesen sich von Pflanzen ernähren und Pflanzen mit Hilfe von Sonnenenergie durch Photosynthese wachsen, ist Biomasse-Energie eine erneuerbare Energie. Zwar sind Kohle und wohl auch Erdöl und Erdgas aus Biomasse entstanden, sie sind aber in geschichtlichen Zeiträumen nicht-erneuerbare „fossile“ Brennstoffe.

Potential
Weltweit wachsen jährlich rund 82 Milliarden t Biomasse nach („nachwachsende Rohstoffe“), etwa zur Hälfte in Form von Holz. Ihr Energiegehalt entspricht einem Vielfachen des Jahres-Energiebedarfs. Ihre Nutzung ist jedoch eingeschränkt durch

• Den Bedarf an Biomasse für Nahrungsmittel: die stete Zunahme der Weltbevölkerung verlangt einen immer größeren Anteil der Biomasse (z.B. in Form von Getreide oder Viehfutter) sowie von Land zu deren Anbau.
• Den schlechten Erntefaktor: aus Biomasse kann in der Regel nicht mehr Energie gewonnen werden als in Anbau, Düngemittel, Ernte, Transport und Verarbeitung gesteckt werden muss.
• In Entwicklungsländern und in ländlichen Gebieten der Industriestaaten sind Holz und Stroh seit jeher wichtige Brennstoffe. In Entwicklungsländern hat dies schon zu Raubbau an den Wäldern geführt (Entlastung möglich z.B. durch Biogas und Solarherde).
• In den Industriestaaten beträgt der Anteil am Energieverbrauch derzeit etwa 1%; er ließe sich bei besserer Nutzung von Wäldern, Abfallholz und Stroh sowie durch Biogas und vielleicht Agrartreibstoffe auf einige Prozent steigern.

Umweltverträglichkeit
Die Nutzung von Biomasse-Energie ist im allgemeinen nicht vollkommen umweltverträglich. Bei Verbrennung und Vergasung entstehen Asche, Abgase (neben Kohlendioxid und Stickoxiden oft auch Schwefeloxid) und giftige Abwässer, so dass Maßnahmen des Umweltschutzes nötig sind. Ausgedehnte Pflanzungen z.B. von rasch wachsendem Energieholz würden – als für Schädlinge anfällige Monokulturen – massiven Einsatz von chemischen Dünge- und Pflanzenschutzmitteln verlangen.

 


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