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| Biogas | Brennbares Gas, das bei der Vergärung von Jauche, Hausmüll und Klärschlamm unter Luftabschluss entsteht und an Ort und Stelle andere Brennstoffe sparen kann. Biogas kommt in der Natur als Sumpfgas oder im Pansenmagen des Rindes vor: Wässrige pflanzliche oder tierische Biomasse vergärt unter der Einwirkung von Bakterien und unter Luft- und Lichtabschluss. Dabei bildet sich ein Gas, das zur Hälfte bis zu zwei Dritteln aus brennbarem Methan und aus Kohlendioxid besteht sowie aus Restgasen, darunter vielfach dem giftigen Schwefelwasserstoff. Solche Gärungsvorgänge spielen sich auch in Jauche, in Kläranlagen und in Mülldeponien ab, die Haushaltsabfälle enthalten. Das dabei entstehende Biogas lässt sich als Biomasse-Energie nutzen, meist als Brennstoffsparer an Ort und Stelle. Die erste Biogasanlage wurde 1859 in Indien erprobt. Seit den 50er-Jahren sind dort mehrere 100.000, in Korea etwa 30.000 und in China mehrer Mio. sehr einfache Anlagen gebaut worden, jedoch größtenteils mangels richtiger Betriebsweise und Wartung verfallen. Aber erst im Gefolge der Ölkrise förderten andere Entwicklungsländer und auch Industriestaaten den Bau von Versuchsanlagen – Mitte der 80er-Jahre gab es in Deutschland (wo schon in den 40er- und 50er-Jahren Vorarbeiten geleistet worden waren) etwa 120, in Österreich einige Dutzend und in der Schweiz rund 150: In einem Behälter aus Beton, Stahl oder Kunststoff vergärt Jauche mehrere Wochen lang, das Biogas wird zum Antrieb von Totalenergieanlagen und Traktoren oder zur Heizung, die übrig gebliebene Masse als Dünger verwendet. Die Anlagen funktionieren im allgemeinen gut, sind aber allenfalls bei sehr hohem Viehbestand wirtschaftlich. Das Aufrechterhalten der günstigsten Gärtemperatur, etwa 32°C, sowie das Rührwerk benötigen ungefähr die Hälfte der gewonnenen Biogas-Energie; je Großvieheinheit (ausgewachsenes Rind) und Tag bleibt etwa 1 m³ entsprechend 0,5 l Heizöl zur Nutzung. Im Winter, der Zeit des höchsten Energiebedarfs am Bauernhof, fällt allerdings am wenigsten Jauche an (weil die Tiere dann weniger fressen und saufen). In Mitteleuropa beträgt das Potential, d.h. Anlagen in allen größeren Höfen, etwa ein Drittel des Energiebedarfs in der Landwirtschaft; in Entwicklungsländern könnten Anlagen in angepasster Technik (Entwicklungen auch in Deutschland) vor allem Brennholz sparen. Seit Beginn der 80er-Jahre wird mancherorts aus abgeschlossenen, mit Erde überdeckten Hausmülldeponien das hier „Deponiengas“ genannte Biogas mit Gasbrunnen abgezogen. Im Laufe von 20 Jahren liefert 1 t Hausmüll insgesamt etwa 180 m³ Gas (mit dem Energiegegenwert von 90 m³ Erdgas oder 90 l Heizöl) zum Antrieb von Gasmotoren. Diese Technik ist nicht wirtschaftlich, aber ein Beitrag zum Umweltschutz, weil Deponiegas sonst das Pflanzenwachstum beeinträchtigt. |
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