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Begriff Definition
TageslichtnutzungAufhellen von Innenräumen, insbesondere großer Büros, durch Tageslicht mit Hilfe von Oberfenstern, Reflektoren, Spiegeln und Lichtkanälen. Auch in Mitteleuropa Halbierung des Lichtenergie-Bedarfs möglich.

Schon beim Bau der Pharaonengräber im alten Ägypten hellte man unterirdische Gänge auf, indem man Sonnenstrahlen mit handgehaltenen Spiegeln dorthin reflektierte. In Mitteleuropa wurden, ehe es elektrische Beleuchtung gab, Kanzleiräume mit sehr hohen Decken und Fenstern gebaut, weil das Tageslicht möglichst gut genutzt  werden sollte (darüber hinaus haben solche Räume einen großen Luftvorrat und bleiben im Sommer kühl – ein Beispiel von klimagerechtem Bauen). In den vergangenen Jahrzehnten sind die Büroräume immer niedriger und größer geworden – viele Schreibtische stehen so weit vom Fenster entfernt, dass man daran auch an Sonnentagen nur bei Kunstlicht arbeiten kann. Folglich müssen bei 30% des Strombedarfs solche Geräte für Beleuchtung aufgewendet werden.

Im Süden der USA griffen anfangs der 80er-Jahre Architekten die alten Grundsätze der Kanzlei-Beleuchtung wieder auf. Wenig später übernahm man die Idee der „Tageslicht-Nutzung“ auch in Mitteleuropa. Die hier wie dort wiederentdeckten und bestätigten alten Regeln sowie die neugewonnen Erkenntnisse werden zum Teil bereits in Neu- und Altbauten angewendet:

•    Bis an die Decke reichende „Oberfenster, glatte und helle Deckenanstriche sowie reflektierende Lichtleitbleche vor den Fenstern und an der Decke können – einzeln oder miteinander angebracht – die Tageslichtstärke (vier m von einem üblichen Bürofenster misst man nur noch knapp zwei % des Tageslichts) im Rauminnern wesentlich steigern
•    Es ist auch in Mitteleuropa möglich, die Einschaltdauer von Kunstlicht zu halbieren. Neben dem Energiesparen fällt ins Gewicht, dass Tageslicht das Wohlbefinden am Arbeitsplatz erhöht.
•    Geschickt angeordnete Lichthöfe im Gebäudeinnern vermögen auch in Großbauten allen Räumen Tageslicht zu bringen.
•    Lichtröhren oder –kanäle leiten Tageslicht in fensterlose Innenräume, insbesondere bei Erdhäusern. Solche Kanäle mit etwa 20 x 20 cm² Querschnitt bestehen z.B. aus Acrylglas, dessen Außenseite durch Präzisionsguss zu Sägezahn-Rippen geformt ist. Werkstoff und Profil bewirken, dass das über Spiegel oder sogar Heliostaten eingespeiste Licht an den Wänden total reflektiert und nur wenig verschluckt wird, so dass es über weite Strecken erhalten bleibt.

Bei sorgfältiger Planung ist Tageslichtnutzung wirtschaftlich, d.h. ihre Kosten (einschließlich der nötigen Vorrichtungen für die Abdeckung in kalten Nächten und für die Abschattung im Sommer) werden durch die Energieeinsparung aufgewogen. Nach amerikanischen Angaben beträgt die Rückzahlzeit je nach Klima und Fenstertyp vier bis neun Jahre. Tageslichtnutzung ist eine Substitution von Elektrizität durch Sonnenenergie. Eine Form von Tageslichtnutzung wäre auch die Erdbeleuchtung.

 
TreibhauseffektLebenswichtige Erwärmung der bodennahen Luftschichten infolge Absorption der Wärmeabstrahlung von der Erde. Durch Zivilisations-Gase wie Kohlendioxid Verstärkung mit der Folge weltweiter Klimaveränderungen denkbar.

Ähnlich der Glashülle eines Treibhauses lässt die Atmosphäre (vom Griechischen atmos, Dunst, und sphaira, Erdkugel), die Lufthülle der Erde, die kurzwellige Sonnenstrahlung weitgehend ungehindert zur Erdoberfläche. Dadurch erwärmt, gibt diese eine langwellige Wärme-Abstrahlung zurück, die aber von Gasen in der Lufthülle – vor allem Wasserdampf und Kohlendioxid (CO2) absorbiert wird. Nun strahlt die so erwärmte Lufthülle ihrerseits eine Wärme-Gegenstrahlung in Richtung Erdoberfläche. Insgesamt stellt sich in den unteren Luftschichten ein Wärmegleichgewicht ein, das sich in einer mittleren Temperatur von ungefähr 15°C äußert – dem Treibhauseffekt (vom Lateinischen effectus, Wirkung). Ohne Lufthülle läge diese Temperatur etwa 40°C tiefer, und Leben in der uns bekannten Form wäre unmöglich.

Nun wird seit Jahrzehnten in der Lufthülle ein rasches Ansteigen der Konzentration von CO2 beobachtet, das wahrscheinlich von der Verbrennung fossiler Brennstoffe sowie von der Rodung von Urwäldern (CO2 entweicht dann aus dem Boden) herrührt. Zugleich nimmt infolge der Luftverschmutzung auch der Gehalt an Gasen wie Methan, Stickoxiduhl (aus Stickstoffdünger) und Freon (aus Treibgasdosen) zu, die zwar nur in Spuren darin enthalten sind (und daher Spurengase genannt werden), aber grundsätzlich ebenfalls Wärmestrahlung absorbieren.

 


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