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Begriff Definition
MeeresenergieIn Gezeitenströmen, Meeresströmungen, warmen Oberflächenwasser, Unterschieden im Salzgehalt und in Wellen enthaltene Energie, deren technische Nutzung möglich, aber meist noch im Versuchsstadium ist.

Die aufs Meer fallende Sonnenstrahlung beträgt im Durchschnitt 180 W je m². Sie wird vom Wasser zu einem geringen Teil (5 bis 15%) reflektiert, größtenteils jedoch absorbiert:

•    Etwa die Hälfte der so aufgenommenen Sonnenergie bewirkt eine Erwärmung der Oberfläche. In Äquatornähe kann die Dicke dieser Schicht einige zehn m und ihre Temperatur im Jahresmittel 28°C erreichen, während das Wasser in einigen hundert m Tiefe nahe 4°C bleibt. Dieser Temperaturunterschied lässt sich in Meereswärmekraftwerken nutzen.
•    Da in Polnähe die Erwärmung des Meeres viel geringer ist als nahe dem Äquator, bilden sich als Ausgleich zu den Polen hin gerichtete Meeresströmungen aus, die grundsätzlich ebenfalls als Energiequellen angezapft werden könnten.
•    Die übrige Einstrahlung lässt das Wasser verdunsten. Dies trägt einerseits zum Treibhauseffekt bei. Andererseits entstehen dadurch Winde, und die Windenergie wiederum verursacht die Wellen, deren Wellenenergie mit Wellenenergiewandlern genutzt wird.

An Flussmündungen trifft Süßwasser aus dem Fluss auf das Salzwasser des Meeres. Der Unterschied im Salzgehalt eröffnet die Möglichkeit von Osmosekraftwerken.

Ebenfalls der Meeressenergie zugeordnet wird die Gezeitenenergie, nutzbar in Gezeitenkraftwerken. Hydrosolare Kraftwerke hingegen würden nicht eigentliche Meeresenergie, sondern Verdunstung – auch von Meerwasser – infolge der Einstrahlung nutzen.

 
MouchotFranzösischer Ingenieur, baute zwischen 1860 und 1880 die ersten Solarherde, -motoren und –pumpen.

Mitte des 19. Jahrhunderts erlebte Frankreich eine Energiekrise, weil es drei Viertel der Kohle einführen musste und ihr Preis jährlich um 10% stieg. Einen Ausweg erhoffte Augustin Bernard Mouchot, 1825 bis 1911, Ingenieur und Mathematiklehrer in Tours, von der Nutzung der Sonnenenergie, mit deren Chronik er vertraut war. 1860 begann er Versuche mit Kollektoren nach dem Beispiel von Saussure. Da sie ihn nicht zufrieden stellten, stellte er einen geschwärzten Kupferkessel unter eine Glasglocke. Darum herum ordnete er Silberspiegel an, welche Sonnenstrahlen auf den Kessel konzentrierten und darin Wasser verdampften. 1861 betrieb Mouchot mit dem Dampf eine Wasserpumpe, 1866 eine kleine Dampfmaschine, den ersten Solarmotor der Welt. Nachdem er mit Solardampf auch Weinbrand destilliert hatte, erhielt er finanzielle Unterstützung der Weinindustrie und konstruierte größere Maschinen, mit Brennspiegeln in der Form eines stumpfen Konus, in dessen Achse der Verdampfer saß. Die größte Maschine, mit einigen kW Leistung und einem Konus-Spiegel von 5 m großem Durchmesser, trieb auf der Pariser Weltausstellung 1878 eine Druckerpresse an.

1875 ging Mouchot im Auftrag der französischen Regierung nach Algerien, wo er einen Solarherd, eine Entsalzungsanlage und eine große solare Wasserpumpe konstruierte. Nachdem jedoch 1881 ein Gutachten diese Geräte (vor allem wegen der teuren Silberspiegel) als unwirtschaftlich erkannt und die Regierung ihre Unterstützung zurückgezogen hatte, wurde Mouchot wieder Lehrer. Er legte sein Wissen in dem Buch „La Chaleur Solaire“ nieder.

 


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